Blumen ohne Grund

Stell dir mal vor, du wärst heute jemand, den du über alles liebst.
Was würdest du dann heute alles für dich tun?

Vielleicht ist dieser Text heute einfach ein kleiner Selbstversuch.
Wie sich ein Montag anfühlt, wenn ich mich selbst nicht bekämpfe.
Wie sich eine Woche anfühlt, wenn ich sie nicht schon im Voraus überlebe, sondern wirklich beginne.

Mit diesem Gedanken starte ich in meine Woche. Noch bevor Alltagsstress und Termine zu viel Platz in meinem Kopf einnehmen können. Noch bevor Frust und Unzufriedenheit sich breitmachen.

Heute starte ich mit dem Mantra:
Ich sorge für mich, als wäre ich die Liebe meines Lebens.
Denn schließlich – und eigentlich als Allererstes – bin ich das ja auch.
Zumindest sollte das jeder von uns sein, bevor wir andere lieben.

Heute will ich Optimismus in den Tag bringen. Positive, schöne Gedanken.
Zum Beispiel den, dass Schmetterlinge – eine der schönsten Wesen auf dieser Erde – ihre eigenen Flügel nie betrachten können. Nie sehen werden, wie schön sie wirklich sind. Und genauso geht es den meisten Menschen auch.

Statt Kritik und Selbstzweifeln möchte ich heute mit Leichtigkeit und Selbstfreundlichkeit durch den Tag gehen.
Um mir selbst zu zeigen, dass man Dinge leben und aussprechen muss, damit sie überhaupt werden können.

Ich habe Lust, meiner eigenen Wahrnehmung neue Perspektiven zu geben. Meinem Selbstbild neue Seiten zu öffnen. Mir die Chance zu geben, meiner Body Dysmorphia ein Stück mehr Realität zu zeigen – oder zumindest Frieden mit der Unsicherheit zu schließen, statt ständig zu rätseln, was nun wahr ist und was nicht.
Und vielleicht muss ich heute auch gar nicht alles glauben, was mein Kopf mir zeigt.

Zurzeit erinnere ich mich oft daran, nicht nur die schlimmsten Szenarien zu überdenken – sondern auch die besten.
Man ist so an sich selbst gewöhnt, dass man oft gar nicht sieht, wie beeindruckend oder außergewöhnlich man auf andere wirken kann. Stattdessen denkt man eher: Was, wenn andere mich komisch finden? Oder seltsam.
Oder unsympathisch. Eigentlich traurig.

Ich mag Menschen, die anders sind.
Die Belächelten. Die schwarzen Schafe. Die, die aus der Reihe tanzen und an ihre Visionen glauben. Die Träumerinnen und Träumer, die in dieser Welt ein bisschen Magie versprühen. Die kreativen Köpfe. Die Gegen-den-Strom-Schwimmenden. Die Gedankentief­taucher und Vielfühler.
Die Einzelgänger, die eigentlich gar keine sind – die sich nur gegen Drama, Neid und Hetzerei entschieden haben.

Oft sind genau das die Menschen mit den schönsten Seelen.

Heute weiß ich auch, dass ich genau so ein Mensch bin.
Und dass ich genau solche Menschen mag. Ganz egal, wie sie aussehen.

Ich halte nicht weniger aus, nur weil ich mehr spüre.
Nichts an mir ist perfekt – aber alles an mir ist gut genug.

Vor längerer Zeit habe ich mal ein Zitat gelesen. Neulich bin ich wieder darüber gestolpert und habe gemerkt:
Erst wenn man das versteht, beginnt vieles Sinn zu machen.

Ich bat das Universum um Blumen, und es gab mir Regen.

Wenn man immer nur schaut, was fehlt, übersieht man schnell, was bereits da ist.
Und bemerkt es oft erst, wenn es schon weg ist.
Manchmal ist schon „ein bisschen besser als gestern“ mehr als gut genug für heute. Das wird viel zu selten gesagt – und noch seltener gedacht.

Vielleicht bedeutet heilen nicht, dass alles gut ist.
Vielleicht bedeutet es nur, dass auch das Gute wieder Platz bekommt.

Das Fazit dieses Textes ist simpel:
Auch die positiven Gedanken dürfen im Kopf bleiben. Sie dürfen Raum bekommen. Sie dürfen gefühlt werden.
Mit all der Empathie, die ich so leicht in die Welt hinaustrage, darf ich auch Positives in mir selbst fühlen.
Ich darf zwischendurch genauso sanft mit mir sein, wie ich es mit allen anderen bin.

Da draußen wird es auch nach diesen Tagen noch genug geben, was gefühlt werden will.
Daran ändert ein Tag mit mir selbst nichts.
Und um ehrlich zu sein, ist auch egal, ob irgendjemand außer mir das versteht.
Niemand steckt in meinen Schuhen. Niemand lebt mein Leben für mich.

Und an alle da draußen, die auch anders sind:

Ich hoffe, man schenkt dir Blumen. Ganz ohne Grund.
Und auch dann, wenn du selbst dieser jemand bist
.

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