Gedanken

💛 Das Herz als Leuchtturm 💛

Der September bringt ein Leuchten für die Aufmerksamkeit, die psychische Gesundheit verdient.
Der 10. September ist Welttag der Suizidprävention.
Aber egal, welcher Tag es ist – über dieses Thema zu sprechen, ist immer nötig. Jede Seele zählt, immer.


Lasst uns innehalten – für all die wundervollen Seelen, die diese Erde verlassen haben, weil sie zu eng, zu klein, zu erdrückend wurde.
Möge der Ort, an dem sie nun sind, heller, weiter, bunter sein – ein Himmel aus Licht, der sie trägt.

Ich erinnere mich an einen Satz, den ich einmal las:
Dass die Dunkelheit nicht nur die Betroffenen selbst umschließt, sondern auch ihre Liebsten.
Dass es erdrückend ist, zu sehen, wie jemand ringt, ohne verstehen zu können.
Dass Hilflosigkeit brennt wie eine stille Wunde.
Und dass manch einer beginnt, die Last des Anderen mitzutragen – auch wenn die eigene Schulter schon müde ist.

Seit jenem Moment trage ich den Vorsatz in mir:
meine Last nicht auf andere zu legen.
Ich möchte nicht, dass jemand ihretwegen verzweifelt.
„Geteiltes Leid ist halbes Leid“, sagt man –
doch manchmal, frage ich mich,
wird das Leid dadurch nicht nur doppelt so schwer?

Mein Päckchen begleitet mich seit Jahren.
Ich kenne sein Gewicht, seine Schatten, seine Ecken.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, morgens aufzuwachen und ihm gleich ins Auge zu sehen.
Ich weiß, wie ich es abstelle, wenn es mir zu schwer wird.
Es gehört zu mir – und doch fürchte ich, dass es bei anderen die Waage kippen könnte.
Und dass mich die Schuld darüber zerbrechen ließe.

So habe ich früh gelernt:
Wahre Stärke bedeutet, im Sturm stehen zu bleiben.
Die Schwere auszuhalten.
Und mir selbst einzureden, dass genau darin auch ein Funken Sinn liegt.
Dieser Funken hat mich oft davor bewahrt, aufzugeben.

Ja, manchmal habe ich mich gefragt, ob ich suizidgefährdet bin.
Ob ich je den Gedanken hatte, aus dem Chaos zu fliehen.
Aber dieser Gedanke gehörte nie zu meinem Päckchen.
Vielleicht hätte eine andere Seele, in meinen Schuhen, längst aufgegeben.
Doch ich bin hier. Und irgendetwas in mir hat sich anders entschieden.

Mein Weg war mir immer klar:
Egal, was geschieht – ich will Licht sein.
Für die Menschen um mich.

Manchmal nur für einen Augenblick,
manchmal für länger.
Ich möchte, dass Menschen in meiner Nähe aufatmen können,
dass sie sich aufgehoben fühlen,
dass sie einen Funken Hoffnung mitnehmen –
dass das Leben trotz allem schön ist.
Wie wundervoll und magisch es ist,
dass wir alle hier und jetzt gemeinsam existieren.

Denn ich weiß, wie tief die Nacht sein kann.
Wie laut die Einsamkeit.
Wie eng Schmerz und Wut das Herz schnüren können.
Die Welt ist zu sehr daran gewöhnt, gegeneinander zu leben, nicht miteinander.
Genau deshalb bleibe ich.

Auch wenn ich belächelt werde, auch wenn ich missverstanden werde.
Die Welt braucht mehr Menschen, die ihr Herz nicht verlieren,
auch wenn es den schwereren Weg bedeutet.

Ich suche nach Liebe und nach Licht.
Und dabei erkenne ich –
ich war es selbst die ganze Zeit.

Das ewige ‚Mir geht’s gut‘ – und was dahinter zerbricht

Hier sind wir schon wieder. Schon mal dagewesen, nicht wahr? Kommt dir bekannt vor? Mir auch.
Es ist fast wie ein Déjà-vu: dieselben Muster, dieselben Fragen, dieselben Lektionen, die das Leben mir immer wieder vor die Füße wirft. Und trotzdem sitze ich hier – schreibe, reflektiere, fühle. Weil ich weiß: Jeder Anlauf bringt mich ein Stück näher zu mir selbst.

Kennst du das? Dieses ewige „Mir geht’s gut“, obwohl du innerlich kurz vorm Platzen bist. Genau das ist meine größte Red Flag. Ich weiß, dass ich dieses Muster immer wieder durchlaufe – und trotzdem gelingt es mir nicht, auszubrechen.

Um Hilfe zu bitten, fällt mir unglaublich schwer. Noch schwerer ist es, offen zuzugeben, dass es mir nicht gut geht. Ich bin es gewohnt, die Starke zu sein. Alles allein zu tragen. Stolz wie eine Rüstung – und gleichzeitig mein größter Feind.

Und doch versuche ich immer wieder, neue Wege zu finden, damit mich diese Lawine an Gefühlen nicht verschluckt. Bisher habe ich jedes Chaos überlebt. Irgendwie habe ich immer den Weg zurück ins Licht gefunden.

Heute spüre ich: Es ist wieder Zeit, ehrlich zu mir selbst zu sein. Meine Gefühle wollen gefühlt werden. Also schreibe ich – roh, ungefiltert, ohne Plan. Nur so, wie es gerade aus mir herausfließt.

Die letzten Wochen? Schrecklich. Ich habe mir selbst dabei zugesehen, wie mein innerer Funken Tag für Tag kleiner wurde. Immer wieder habe ich Menschen vertraut. Immer wieder wurde ich enttäuscht. Als ob Schmerz mein Suchtmittel wäre – und Naivität der Dealer.

Naiv, weil ich immer das Gute im Menschen sehe. Weil ich glaube: Was ich ins Universum schicke, kommt zurück. Und trotzdem stehe ich jedes Mal fassungslos da, wenn Menschen verletzen, benutzen, wegwerfen.

Ich binde mich zu schnell. Ein kleines Zeichen von Zuneigung reicht schon, und ich öffne mein Herz. Ein Herz, das so viel spürt – und doch immer wieder ignoriert, was es eigentlich schon weiß.

„Dieses Mal wird es anders“, rede ich mir ein. Und falle wieder auf denselben Aprilscherz herein.

Aber heute ist Schluss. Keine Ausreden mehr. Keine Entschuldigungen für das Verhalten anderer. Ich schaue der Wahrheit ins Gesicht.

Es tut weh, die Gutgläubige zu sein. Noch mehr tut es weh, wenn dir Menschen, die dir wichtig sind, am Ende zeigen: Du warst nicht genug.

Vielleicht ist es so: Nicht alle Menschen sollen bleiben. Doch was, wenn am Ende einfach niemand bleibt? Und wenn ich mich dann frage: Bin ich das Problem?

Dieses Gefühl, funktionieren zu müssen, sitzt tief. Wie ein Roboter, immer bereit, zu gefallen, zu geben, zu leisten. Und doch – wenn ich so offen schreibe, habe ich ein Déjà-vu. Ich erinnere mich an meine ersten Blogposts. Schon damals schwor ich mir: Schluss mit People Pleasing. Schluss mit Schönreden.

Und trotzdem ist das Kind in mir heute wütend. Traurig. Weil ich mich wieder im Stich gelassen habe. Wieder einmal.

Aber eines weiß ich: Ich werde nicht kalt. Ich werde nicht distanziert. Das bin ich nicht – und das will ich auch nicht sein.

Mein Herz bleibt gut. Trotz aller Wut. Trotz Enttäuschung. Trotz Schmerz, der mich manchmal körperlich niederdrückt. Lieber gehe ich mit einem weichen Herzen unter, als es jemals zu verhärten.

Also nehme ich mein Herz, meine Narben und meine Tränen – und gehe weiter. Dankbar für die Lektionen. Dankbar für die Erinnerung, achtsamer mit mir selbst zu sein.

Der Fokus liegt wieder auf mir. Der Kopf bleibt oben. Ein Kapitel mehr im Buch der Erfahrungen. Und ein Herz, das trotz allem immer noch liebt.

Und ja – ich bin wieder drauf reingefallen. Wieder enttäuscht worden. Wieder gestolpert. Aber genau das ist das Leben: Wir fallen hundertmal, bevor wir wirklich verstehen. Manchmal braucht es mehrere Runden, bis eine Lektion im Herzen ankommt. Und trotzdem: Jedes Mal stehe ich wieder auf. Jedes Mal bin ich ein Stück weiser, stärker, achtsamer. Vielleicht ist das der eigentliche Sieg – nicht, dass es nie mehr passiert, sondern dass ich jedes Mal ein bisschen weniger daran zerbreche.

Reflexion zum August – Zwischen Chaos, Lernen und Neubeginn


In letzter Zeit habe ich oft das Gefühl, mitten im Chaos zu stehen.

Mein Alltag zieht mich in alle Richtungen, ich jongliere zwischen Erschöpfung, Gedankenfluten und einem Nervensystem, das manchmal kaum weiß, wo es Halt finden soll. Besonders abends, wenn ich im Bett liege, scheint mein Kopf unermüdlich zu rattern – Ideen, Emotionen, Erinnerungen, alles auf einmal. Ein lautes, chaotisches Orchester in meinem Inneren.

Und doch: genau dieses Chaos zwingt mich, innezuhalten und genauer hinzuschauen. Erfahrungsgemäß ist der Anfang immer das Schwerste – aber sobald ich mich auf einen Gedanken einlasse, finde ich Schritt für Schritt einen Weg.


Lektionen, die sich wiederholen

Es fühlt sich an, als ob das Universum mir immer wieder dieselben Prüfungen stellt. Situationen, die ich längst kennen sollte, begegnen mir erneut. Aber diesmal merke ich: mein Umgang damit ist anders. Früher haben mich ähnliche Trigger vollkommen überrollt. Heute bin ich zwar immer noch gefordert, aber ich erkenne, dass ich stärker geworden bin.

Vielleicht ist die eigentliche Lektion diesmal das Abgrenzen. Das Lernen, mich emotional nicht in jedem Sturm mitreißen zu lassen. Und doch spüre ich, wie mein Inneres manchmal orientierungslos wirkt, wie ich mich im Wirbel meiner Gefühle verliere.


Warum bin ich so?

Oft werde ich gefragt, warum ich so intensiv fühle, warum ich so viel denke. Eine Frage, die mich selbst lange beschäftigt hat. Vielleicht liegt der Ursprung in meiner Kindheit – in alten Wunden, die meine Wahrnehmung geprägt haben. In Erfahrungen, die mich vorsichtiger und zugleich sensibler gemacht haben.

Es sind die Narben, die ich trage – Erinnerungen an Zeiten von Schmerz, Enttäuschung und Verlust. Und doch: bei all dem habe ich nie mein eigentliches Ich verloren. Trotz Tränen, trotz Wut, trotz gebrochenem Herzen ist mein Kern derselbe geblieben. Mein Herz hat nie aufgehört, das Gute im Menschen zu suchen.

Ich weiß, viele würden sagen: „Irgendwann ist doch Schluss, irgendwann ist nichts mehr übrig.“ Aber genau das Gegenteil habe ich erlebt. Das Beständigste in meinem Leben war immer ich selbst. Vielleicht zu gutgläubig, vielleicht zu naiv – aber immer voller Licht und Hoffnung.


Ein Gefäß für die Emotionen anderer

Manchmal fühle ich mich wie ein Gefäß, das nicht nur meine eigenen Gefühle trägt, sondern auch die Last anderer. Ein schwarzes Loch, das Ballast aufsammelt. Ich sage mir oft: „Ich kann das tragen, also ist es nicht schlimm.“ Doch tief in mir weiß ich, dass auch ich Grenzen brauche.

Denn ja – ich habe verstanden, warum verletzte Menschen immer wieder zu mir finden. Ich bin für sie Licht, Sicherheit, Geborgenheit. Meine Energie ist selten, heilsam, authentisch. Aber genau deshalb muss ich lernen, meine Kraft zu schützen. Ich darf mich nicht selbst verbrennen, während ich für andere leuchte.


Ein neuer Blick auf Liebe und Begegnung

Und wenn die Liebe wieder zu mir findet – in welcher Form auch immer – dann wünsche ich mir, dass sie leise und behutsam kommt. Nicht fordernd, nicht ausnutzen wollend, sondern mit Geduld, Verständnis und echter Wärme. Menschen, die sich bewusst für mich entscheiden. Nicht, weil sie etwas brauchen, sondern weil sie einfach bei mir sein wollen.


Ein Neubeginn im September

Diese Gedanken sind meine verspätete Reflexion zum August. Ein Monat voller Chaos, aber auch voller Klarheit. Ein Monat, der mir gezeigt hat, was ich loslassen darf – und dass ich neu beginnen kann.

Der September soll mein Neustart sein: mit mehr Schutz für meine Energie, mit mehr Fokus auf das, was mich stärkt, und mit dem Mut, Altes endgültig loszulassen.

Denn egal wie laut das Chaos manchmal tobt – am Ende bin ich immer noch ich. Und das ist meine größte Stärke.

⚖️Warum Empathie am Arbeitsplatz Fluch und Segen zugleich ist.

Es gibt Menschen, die scheinbar mühelos durch die Arbeitswelt navigieren: Sie wissen früh, welchen Weg sie einschlagen, bauen zielstrebig ihre Karriere auf und scheinen genau zu wissen, wo sie hingehören. Und dann gibt es diejenigen – so wie mich –, die sich Schritt für Schritt vortasten, ausprobieren, stolpern, wieder aufstehen und weitermachen. Menschen, die nicht nur arbeiten, sondern auch fühlen. Menschen, die ihre Empathie in den Job mitnehmen – und genau dadurch manchmal auf die härtesten Proben gestellt werden.


Mein Weg durch die Arbeitswelt

Um ehrlich zu sein, wusste ich nie so richtig, was ich einmal werden wollte. Aber mir war klar: Geld braucht man immer – auch ohne Luxusleben. Also begann ich früh, in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern. Ich war mir für nichts zu schade und suchte jede neue Herausforderung. Ob im Kiosk am Fußballplatz, in der Juice-Bar im Einkaufszentrum, im Kino oder beim Regale einräumen im Drogeriemarkt – ich wollte so viel wie möglich ausprobieren.

Dabei war ich unendlich dankbar für die Unterstützung meiner Mutter. Sie ließ mir die Freiheit, eigene Wege zu gehen, Neues zu testen und meine Erfahrungen zu sammeln. Für mich war klar: Hauptsache, ich versuche es. Und genau das wünsche ich mir auch als Botschaft an unsere Gesellschaft: Junge Menschen brauchen Chancen, verschiedene Dinge auszuprobieren. Nur so können sie herausfinden, was sie interessiert und worin sie gut sind.

Ein bunter Lebenslauf sollte nicht als „sprunghaft“ abgestempelt werden, sondern als Zeichen von Neugier, Lernbereitschaft und Offenheit.


Eine turbulente Reise

Mit den Jahren kamen immer mehr Jobs dazu. Manchmal arbeitete ich sogar auf zwei völlig unterschiedlichen Stellen gleichzeitig, während ich nebenbei überlegte, welche Ausbildung oder welches Studium passen könnte. Manche Tätigkeiten blieben, andere waren nur ein Experiment. Aber eines war immer gleich: Ich nahm jede Aufgabe ernst, blieb aufmerksam, kritikfähig – und lernte.

So war mein Lebenslauf bunt und voller Kurven, bis ich schließlich bei meiner jetzigen Firma landete. Ursprünglich nur als Nebenjob zum Studium gedacht, bin ich nun seit vier Jahren hier – und merke, dass ich langsam Karriere mache, dass ich mir echte Zukunftswege aufbaue.

Wenn ich heute zurückblicke, bin ich dankbar für all die Umwege. Auch wenn es anstrengend und nervenraubend war – nur durch dieses Ausprobieren habe ich meine Stärken erkannt, meine Schwächen akzeptiert und meinen Weg gefunden.


Empathie als Stärke – und Herausforderung

Doch eine Sache hat mich auf dieser Reise immer wieder begleitet: meine Empathie. Ich habe mich oft als „Wandernde“ gefühlt – wertvolle Erfahrungen gesammelt, aber innerlich immer mit einem Countdown im Gepäck. In vielen Firmen habe ich mich verausgabt, versucht, allen gerecht zu werden, Konflikte zu glätten, Fehler anderer aufzufangen. Kurz gesagt: Ich wollte retten.

Das hat Spuren hinterlassen. Fast wie nach toxischen Beziehungen brauchte ich Zeit, um alte Wunden zu heilen. Und auch in meiner jetzigen Firma wurde ich wieder auf die Probe gestellt: durch meine Naivität, mein Mitgefühl, meinen Wunsch, für alle da zu sein.

Doch diesmal ist etwas Entscheidendes passiert: Ich habe angefangen zu lernen.


Mein wichtigstes Learning

Es ist nicht meine Aufgabe, alle zu retten.
Ich muss nicht verstehen, warum andere handeln, wie sie handeln. Ich muss ihre Fehler nicht ausbügeln, nur weil ich sie mag. Im Gegenteil: Nur wenn sie die Konsequenzen selbst tragen, können sie wachsen.

Andere müssen – genau wie ich – lernen, kritikfähig zu sein, Verantwortung zu übernehmen, professionell zu bleiben und um Hilfe zu bitten, wenn es nicht weitergeht. Diesen Weg kann niemand für sie gehen.

Und so schwer es fällt: Manchmal ist Loslassen der wichtigste Schritt. Manchmal muss man Enttäuschung und Wut aushalten, um zu sehen, wer wirklich bleibt. Alles andere darf man ziehen lassen.


Und jetzt zu dir

Vielleicht erkennst du dich in meinen Erfahrungen wieder. Vielleicht spürst du auch oft, dass du zu viel trägst, weil du es allen recht machen willst. Wenn ja, dann nimm das bitte mit:

Nicht jedem kann geholfen werden. Und nicht jedem soll geholfen werden.
Nur weil wir mehr tragen könnten, heißt es nicht, dass wir es müssen.

Wahre Stärke liegt nicht darin, alles auszuhalten.
Wahre Stärke liegt darin, Grenzen zu setzen – und trotzdem empathisch zu bleiben.

Wenn der Körper Stopp sagt: Eine Woche zwischen Stress, Enttäuschung und Selbstfürsorge

Ich schreibe diesen Text in erster Linie, um all das rauszulassen – in der Hoffnung, anschließend auch ein Stück davon loslassen zu können. Die letzte Woche war für mich unglaublich schwer. Es war Chaos in meinem Kopf, in meinem Körper, in meinem Umfeld. Und obwohl ich es ungern zugebe: ein Teil davon hing auch mit meinem Gefühl zusammen, von wichtigen Menschen in meinem Leben nicht gesehen oder beachtet zu werden.

Ich weiß, dass jeder seine eigenen Prioritäten, Verpflichtungen und stressigen Phasen hat. Aber trotzdem war da dieses Gefühl, beiseitegeschoben zu sein – und das hat mich einsam gemacht.

Der Druck, es allen recht zu machen

Seit Anfang der Woche ging es mir gesundheitlich überhaupt nicht gut. Mein Körper hat mir deutliche Signale geschickt, aber anstatt auf ihn zu hören, habe ich mich durchgekämpft. Schließlich „musste“ ich ja funktionieren. Gleichzeitig wuchs in mir der Druck: Was, wenn ich es nicht zu einer dieser Verpflichtungen schaffe, die man ungern absagt? – eine Angst, die meine Gesundheit noch mehr belastet hat.

Am Freitag hatte ich dann endlich frei – und prompt kam der finale Wink mit dem Zaunpfahl, endlich runterzufahren. Genau an dem Tag, an dem mein Körper eigentlich hätte regenerieren sollen. Am Samstag dann das nächste Kapitel: mein Körper hat komplett gestreikt. Ich lag da, mit der Hoffnung, es würde einfach irgendwie vorbeigehen, und gleichzeitig dem schlechten Gewissen, nicht schon wieder „schwach“ sein zu dürfen.

Meine Mama bat mich eindringlich, einfach mal einen Tag Pause einzulegen. Und zum ersten Mal habe ich auf sie gehört. Mit schlechtem Gewissen, ja – aber auch mit der Erkenntnis, dass mein Körper Ruhe verdient hat.

Ein Tag, der alles verändert hat

Am Sonntag stand eigentlich schon länger ein Ausflug in die Natur an. Ich war unsicher, ob ich das schaffen würde. Vorallem nach dieser turbulenten und herausfordernden Woche.
Mehrmals habe ich fast abgesagt, aus Angst, mein Immunsystem könnte wieder schlappmachen. Oder der Angst, dass mein schlechtes Gewissen mich zerfrisst. Aber dann bin ich doch gefahren.

Aus einer kleinen Wanderung wurde ein halber Tag in den Bergen. Mit vielen Pausen, tiefem Durchatmen und dem Gefühl, endlich mal runterzukommen. Und obwohl ich erschöpft war, habe ich diesen Tag nicht bereut. Zum ersten Mal seit Langem konnte mein Kopf abschalten. Die frische Luft, die Ruhe, das bewusste Gehen – all das hat mich daran erinnert, was mir wirklich fehlt: Zeit für mich.

Die Lektion dieser Woche

Das vielleicht Schwierigste war nicht die gesundheitlichen Rückschläge oder der Stress, sondern das schlechte Gewissen, das ich mir selbst gemacht habe. Die Angst, andere zu enttäuschen. Die Sorge, als egoistisch oder unzuverlässig dazustehen. Das ewige Gedankenkarussell: Wie reagieren die anderen wohl, wenn ich diesmal nicht für sie, sondern für mich da bin?

Doch nach diesem Tag in der Natur ist mir klar geworden:
Es macht mich nicht zu einer schlechten Freundin oder einem schlechten Menschen, wenn ich auf meine eigenen Grenzen höre. Es ist nicht meine Aufgabe, ständig auf Eierschalen zu tanzen, nur um anderen alles recht zu machen. Was wäre, wenn ich nur halb so viel Energie in mich selbst investieren würde, wie ich es ständig für andere tue – gerade für jene, die meine Gefühle oft gar nicht beachten?

Die Wahrheit ist: Niemand außer mir selbst wird dafür sorgen, dass es mir gut geht.
Und das bedeutet manchmal, nein zu sagen.
Es bedeutet, mir Zeit für mich zu nehmen.
Es bedeutet, dass ich meine Energie genauso wertvoll behandeln darf, wie ich es so oft für andere tue.
Manchmal bedeutet das auch, Entscheidungen zu fällen, die nicht allen recht werden. Nicht aus Trotz oder Egoismus, sondern aus Selbstfürsorge.

Die Reaktionen anderer Menschen sind nicht meine Verantwortung. Die Dinge, die sie in sich tragen, sind nicht meine Wunden zum Heilen.
Und nur, weil ich mir ständig alle Perspektiven anschaue, mich in jede Situation hineinversetze und Gefühle wahrnehme, die andere vielleicht gar nicht spüren, heißt das nicht, dass ich endlos alles aufsaugen muss, bis nichts mehr von mir selbst übrig bleibt.

Fazit

Ich habe diese Woche gelernt, dass Selbstfürsorge kein Luxus ist, sondern eine Notwendigkeit. Und dass es unfair mir selbst gegenüber wäre, meine Gesundheit und mein Wohlbefinden immer hintenanzustellen, nur um Erwartungen zu erfüllen.

Mein Körper hat mir deutlich gesagt: Stopp. Nimm dir Zeit.
Und diesmal habe ich zugehört.

Mein kreatives Hobby: „Menschen malen, wie sie sein könnten – nicht wie sie sind“

Romantisieren.
Etwas – einen Zustand, eine Situation oder einen Menschen – in einem idealisierenden Licht erscheinen lassen. Verklären, schönfärben, schönreden oder einfach… schwärmen.

Oder wie ich es gerne nenne: die Gabe der Empathen, kreativen Köpfe und tapferen Optimisten.
Meine ganz besondere Superkraft (und oft auch mein größter Schwachpunkt).

Heute, bei meinem Sonntags-Detox, habe ich mich mal wieder mit genau diesem Thema beschäftigt. Ich bin nämlich (fast schon beruflich) spezialisiert auf das Gebiet des Romantisierens. Und wie bei jeder Superkraft, ist es auch bei mir eine Gabe, die gleichzeitig ein kleiner Fluch sein kann.

Die Sonnenseite des Romantisierens

Auf der positiven Seite liebe ich es, wie ich in jeder noch so unscheinbaren Situation die kleinen schönen Dinge entdecke. Wie ich mir durch genau diesen Blickwinkel in den schwierigsten Momenten noch Hoffnung, Motivation oder wenigstens einen klitzekleinen Funken Optimismus zaubern kann.
Es sind die kleinen Dinge im Leben, die oft die Waagschale in die eine oder andere Richtung bewegen. Und ich war schon immer die, die in allem noch das Gute fand. Irgendein Antrieb, der mich weitermachen lässt – immer.

Die Schattenseite – Wenn Romantisieren zur Illusion wird

Doch mit der Zeit habe ich auch die andere Seite dieser Fähigkeit kennengelernt. Besonders in den letzten Jahren habe ich mich immer öfter dabei erwischt, nicht nur Situationen, sondern auch Menschen zu romantisieren.
Heute habe ich mein aktuelles Umfeld betrachtet – Freundeskreis, Kollegen, Familie, aber auch Menschen, die einfach Teil meines Alltags sind – und mal bewusst hinterfragt, wo ich wieder zu sehr mit der Romantik-Brille unterwegs bin.

Ich habe mich an Situationen erinnert, in denen mich das Verhalten anderer getriggert hat. Wo ich mich über Missverständnisse oder Enttäuschungen geärgert habe. Und dabei wurde mir bewusst:
Oft liegt das gar nicht an den Menschen selbst, sondern daran, dass ich sie in meinem Kopf in ein Licht rücke, das so gar nicht (mehr) der Realität entspricht.

Wie viel von dem, was ich in anderen sehe, ist wirklich echt?
Ist der Typ, den ich so toll finde, wirklich dieser besondere Mensch? Oder wird er erst durch meine Vorstellungskraft zu dem, was ich mir wünsche?
Ist das Mädchen, das ich bewundere, wirklich so selbstbewusst und stark, oder male ich mir genau dieses Bild, weil ich es mir wünsche?

Ich habe immer schon viel zu hartnäckig das volle Potenzial in Menschen gesucht. Sehe oft nicht das, was sie gerade wirklich sind, sondern das, was sie sein könnten.
Und genau das kann frustrierend sein. Denn nicht jeder möchte oder kann sein eigenes Potenzial erkennen – und das darf man akzeptieren lernen. Es bringt nichts, wenn ich den Menschen ein Buch über ihren inneren Superhelden hinhalte, während sie sich nie trauen, über die Einleitung hinauszulesen.

Eine Grenze, die ich ziehen musste

Hier habe ich eine neue Grenze für mich definiert:
Ein Stopp-Schild, das mich daran erinnert, nicht jedem helfen zu müssen, nur weil ich sehe, was er/sie sein könnte.
Nur weil ich in Menschen etwas Besonderes sehe, heißt das nicht, dass sie es jemals sein werden – oder überhaupt sein wollen.

Das klingt im ersten Moment hart, ich weiß. Und vielleicht wird das den einen oder anderen triggern. Aber ich glaube, es ist wichtig, dass wir solche Dinge auch mal aussprechen.
Nicht, um Menschen zu bewerten oder in Schubladen zu stecken. Sondern um bewusst zu machen: Jeder von uns hat dieses Potenzial in sich. Jeder hat diesen Funken, der zur Flamme werden kann.

Und ich wünsche es wirklich jedem, diesen Funken für sich zu entdecken. Ich liebe es, Menschen motiviert und begeistert zu sehen – mit leuchtenden Augen, wenn sie für etwas brennen. Aber ich habe auch gelernt: Es ist nicht meine Aufgabe, diese Flamme bei anderen zu entzünden, wenn sie selbst das Streichholz noch nicht mal in der Hand halten.

Romantisieren darf Platz haben – aber in gesundem Maß

Viele von uns klammern sich (vor allem in dunkleren Phasen) an dieses „Werkzeug“ des Romantisierens. Wir träumen uns Dinge schön, wir reden uns Situationen zurecht.
Grundsätzlich finde ich das auch gar nicht schlimm. Träumen ist wichtig. Sich Dinge schön reden, um Hoffnung zu finden – auch.

Aber mit dem Erwachsenwerden kommt eben auch die Verantwortung, zu wissen, wann man träumen darf und wann man sich mit der Realität auseinandersetzen muss.
Es geht – wie so oft – um das gesunde Maß. Um Balance.

Vielleicht bräuchten wir manchmal eine kleine Gebrauchsanweisung fürs Leben, mit all diesen Learnings, Grenzen und Reflexionen. Wer soll sich das bitte alles merken?
Aber: Als treuer Leser*in meines Blogs hast du zumindest einen Ort, an dem du immer wieder nachlesen kannst. Und wer weiß – vielleicht liest du diesen Text in einem Monat nochmal, aus einer ganz anderen Perspektive, und nimmst ganz neue Erkenntnisse mit.

Wir alle befinden uns in einem dauerhaften Prozess. Fehler machen gehört dazu. Manchmal müssen wir Dinge mehr als einmal falsch machen, bis wir daraus lernen. Und das ist okay.

Gedankenanstoß für eine neue Woche

Zum Abschluss möchte ich euch eine kleine Frage mitgeben – als Gedankenanstoß für die kommende Woche:
Lohnt sich das Ärgern über diese eine Person wirklich? Oder war das Resultat ohne den Schleier deiner Romantik-Brille von Anfang an klar?
Liegt es wirklich an dir, dass du immer auf die „falschen“ Leute triffst? Oder investierst du einfach (durch deinen Optimismus und dein Schön-Malen) zu viel Zeit darin, schwarz-weiße Menschen bunt zu färben?

Mit diesem vielleicht etwas harten, aber wichtigen Gedankengang verabschiede ich mich von dieser turbulenten Woche. Der August ist da, der Herbst klopft langsam an –
Und wenn das kein Zeichen für einen Neustart ist, den wir uns jederzeit selbst erlauben dürfen, dann weiß ich auch nicht.

Bin ich zu viel oder nur am falschen Ort?

Ich verliere mich. Schnell. Oft.
Nicht nur in Gedanken.
In Menschen.
In der Idee von Nähe. In diesem High, wenn sich Verbindung echt anfühlt. Zu echt vielleicht.

Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich das alles aufschreiben muss. Weil es sonst zu chaotisch wird da oben. Nicht schlimm-chaotisch, sondern dieses produktive Durcheinander, das nach Klarheit schreit.

Ich merke:
Meine größte Red Flag – und gleichzeitig meine schönste Stärke – ist es, mich zu verlieren.
In anderen.
In ihrem Strahlen. In ihrer Dunkelheit. In dem Wunsch, dazuzugehören, zu geben, zu fühlen.

Als ehemaliger People Pleaser in Reha-Modus, mitten in einem liebevollen, neuen Umfeld, wundert es mich fast nicht, dass gerade dieses Thema so laut wird.
Weil ich aufblühe – und gleichzeitig aufpassen muss, nicht zu verwelken.

Denn wisst ihr was?
Es ist nicht nur negativ, sich tief auf andere einzulassen. Im Gegenteil.
Ich glaube, es ist meine Superpower.
Ich kann Menschen spüren. Eintauchen. Tiefer graben.
Und genau deshalb schaffe ich echte, rohe Verbindungen.
Aber…
genau deshalb verliere ich mich auch schneller als mir lieb ist.

Früher war das anders – oder sagen wir: ungesünder.
Ich war voll dabei, alles zu geben. Immer.
Ich habe mich selbst vergessen, weil es sich besser angefühlt hat, gebraucht zu werden, als alleine zu sein.
Ich war so euphorisch über Nähe, dass ich mich darin aufgelöst habe.
Und ja – die Menschen, die ich damals anzog, waren oft genau die, die davon lebten.
Die mein „Ich mach alles für dich“ tranken wie Wasser.
Unersättlich.

Heute ist das anders.
Ich bin aufmerksamer. Wacher.
Ich reiße mich nicht mehr in kleine, besser verdauliche Stücke, nur damit andere nicht an mir ersticken.
Ich weiß, was ich zu geben habe.
Und wenn ich alleine essen muss – dann esse ich eben alleine. Mit Appetit.

Ich mache keine Kompromisse mehr, wenn sie mich selbst kosten.
Ich unterschreibe keine Verträge, in denen mein Selbstwert kleingedruckt steht.
Und ich wünsche mir, dass niemand von uns das mehr tut.

Wisst ihr, was ich gelernt habe?
Wie du mit dir selbst umgehst, zeigt der Welt, wie sie mit dir umgehen darf.
Alles beginnt bei dir.
Wenn du dich selbst klein machst, werden andere dich nicht größer sehen.
Der Respekt beginnt bei dir.

Aber Achtung: Verstehen ist keine Entschuldigung.
Empathie ist kein Freifahrtschein.

Nur weil ich Menschen verstehen kann, heißt das nicht, dass sie mich verletzen dürfen.
Verstehen ist nicht gleich Hinnehmen.

Und trotzdem nochmal kurz:
Dieses „sich verlieren“ – es ist verführerisch.
Fast wie ein Rausch.
Ich kenne das High, wenn du plötzlich fühlst, dass du bedeutest. Dass du da bist. Dass du funktionierst in einem sozialen System.

Aber dann stehst du da.
Mitten im Trubel.
Und irgendwas in dir flüstert: Wo bist du eigentlich geblieben?

Und genau dann ist es wichtig, sich zu erinnern:
Die richtigen Menschen brauchen keine Dauerverfügbarkeit.
Bei echten Verbindungen ist ein „Nein“ kein Weltuntergang.
Grenzen sind kein Angriff. Sie sind ein Zeichen von Respekt – dir selbst und anderen gegenüber.

Du darfst deine Freunde lieben.
Du darfst für sie da sein.
Und du darfst gleichzeitig einen Tag mit dir selbst verbringen, ohne dich zu erklären.

(Spoiler: Echte Freunde verstehen das.)

Balance ist keine Schande.
Kommunikation kein Luxus.
Und wenn die Waage mal kippt – egal in welche Richtung – solange du dich wieder findest, ist alles gut.

Ich bin so dankbar, dass ich das lernen darf.
Und noch dankbarer, dass ich inzwischen ein Umfeld habe, das mich nicht auffrisst, sondern dabei hilft, mich selbst zu behalten.

Sonntagspost: Ein Abschied mit Pfotenabdruck im Herzen

Die Sonntagsposts möchte ich mir wirklich beibehalten.
Sonntag ist einfach ein guter Tag zum Reflektieren, Manifestieren und Planen – während man die Woche langsam ausklingen lässt und sich, im besten Fall, einen ruhigen, entspannten Tag gönnt. Muss auch mal sein.

Diese Woche hat mich emotional ganz schön durchgewirbelt.
Manch einer würde sagen: Selbst schuld – ich musste es ja in den letzten Posts gleich mehrfach „verschreien“, wie gut es mir zurzeit geht.

Diese Woche habe ich mich von einem Familienmitglied verabschieden müssen.
(Achtung – für manche mag das Folgende übertrieben oder seltsam wirken, weil es ja „nur“ ein Tier war. Aber für mich war es so viel mehr.)

Unser Familienhund – Wegbegleiter, Seelenfreund, stiller Held – hat sich nach 15 gemeinsamen Jahren auf den Weg über die Regenbogenbrücke gemacht.
Ins Hunde-Afterlife-Paradies, dorthin, wo alle guten Seelen irgendwann hingehen.
Und bis jetzt ist es für mich noch kaum greifbar.

Seit ich auf dieser Welt bin, kenne ich mein Leben nicht anders als mit vierbeinigen Gefährten an meiner Seite – in allen Größen, Farben und Persönlichkeiten.
Ehrlich gesagt kann – und will – ich mir mein Leben gar nicht ohne irgendeine Fellnase vorstellen.

Als ich damals, als Dorfkind mit Wiesenherz, in eine völlig andere Welt geworfen wurde – mitten hinein ins Stadtleben – war Timmy mein erster und einziger Freund.
Meine Eltern ließen sich scheiden, und ich ging als Einzige mit Mama mit.
Von heute auf morgen war ich plötzlich groß – als kleines Mädchen in einer völlig neuen Umgebung, mit fremden Menschen.
Und ohne meine tierischen Gefährten von früher, die wir zurücklassen mussten.

Für lange Zeit gab es also nur Timmy und mich.
(Und natürlich Mama – die sich mit ganzer Kraft von Job zu Job kämpfte, um uns über Wasser zu halten.)

Doch statt das Ganze als traurig oder schicksalsschwer zu betrachten, habe ich – wie so oft – meine Perspektive gedreht:
Ein neues Abenteuer begann. Mit Timmy an meiner Seite.

Ob beim ersten selbstgekochten Essen, beim Putzchaos, bei den Schulproblemen oder der ständigen Anpassung an das laute, unbekannte Stadtleben – Timmy war immer da.
Ein kleiner Schatten, der mich begleitete.
Ein aufmerksamer Zuhörer, der meine Gedanken kannte, bevor ich sie ausgesprochen hatte.
Meine inneren Kriege, meine Ängste und Sorgen – Dinge, die ich niemandem aufbürden wollte – waren unser gut gehütetes Geheimnis. Nur er und ich.

Auch in den dunkelsten Zeiten hat mich dieser kleine Pelzfreund nie verlassen.
Er hat mich nie bewertet, nie verurteilt – und mich mit seiner bloßen Nähe oft wieder aufgebaut, wenn ich kaum noch konnte.

Und auch dann, als ich irgendwann meinen eigenen Weg ging, meinen Platz im Leben fand und mein Seelenhund Luke an meiner Seite auftauchte – war Timmy noch da.
Auch wenn zwischen den beiden Vierbeinern eine Art Hassliebe herrschte, spüre ich heute, dass auch Luke einen Teil seiner Familie verloren hat.
Den mürrischen Opa, den er sich nicht ausgesucht hat – aber den er gebraucht hat, um zu dem Beschützer zu werden, der er heute ist.
Ein Lehrer, ein Gegenüber, ein stiller Mentor.
Sie hätten es nie zugegeben – doch Mama und ich wussten es immer: Die zwei waren ein Team. Eine vom Universum zusammengestellte Familie.

Mit den Jahren wurde Timmy ruhiger.
Er merkte wohl, dass er nun auch einfach sein durfte.
Hund sein, loslassen, atmen.
Dass jemand anderes da war, der mit auf uns aufpasste – und dass er sich ein Stück weit zurücklehnen durfte.

Warum gerade die liebevollsten und gutherzigsten Seelen oft nur so wenig Zeit auf dieser Welt verbringen dürfen, werde ich nie begreifen.
Zeit war schon immer ein Thema, das mich tief beschäftigt – und oft auch verunsichert.

Dass Timmy nun nicht mehr da ist, fühlt sich für mich so fern, so unwirklich an – weil ich wirklich geglaubt habe, er überlebt uns alle.
Ein kleines Alien mit dem Lebenswillen eines Löwen.
So oft dachte ich: Du schaffst alles, du bleibst einfach für immer.

Ich weiß noch, vor ein oder zwei Wochen, als Mama mir wieder erzählte, dass du mal wieder den Futterstreik ausgerufen hattest.
Wahrscheinlich wegen der Hitze. Oder einfach – wie so oft – eine deiner Eigenheiten.
Aber irgendetwas war anders.
Etwas in der Luft.
Etwas in mir.
Eine Vorahnung vielleicht.

Hätte ich dich noch einmal besuchen sollen?
Ich muss zugeben – ich habe dich mit der Zeit leider fast schon als selbstverständlich angesehen.
„Ach, Timmy hält sowieso ewig durch. Ich seh ihn beim nächsten Mama-Besuch ja wieder.“

Ich hätte dich einfach nochmal streicheln sollen –
auch wenn du als alter Herr vielleicht schon etwas mürrisch warst,
auch wenn du gern deine Ruhe hattest.
Ein letztes Mal dich in den Schoß nehmen.
Ein letztes Mal sagen: Danke, dass du da bist.

Ein kleines bisschen nagt das schlechte Gewissen.
Weil ich so oft Witze gemacht habe, gerade gegen Ende.
Weil ich geglaubt habe, du bleibst uns noch Jahre.
Weil du so oft wieder aufgestanden bist, wenn man es kaum noch für möglich hielt.
Du warst mein stiller Beweis:
Man muss nicht groß sein, nicht stark.
Ein Herz voller Wille reicht manchmal aus, um alles zu schaffen.

Ich bin dir so unendlich dankbar, dass du auch für Mama in den letzten Jahren der treue Begleiter warst, der du anfangs für mich warst.
Auch wenn es manchmal genervt hat – dein Schnarchen, dein Gemurre, dein Dickkopf – auf dich war immer Verlass.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du jetzt frei bist.
Frei von Schmerzen.
Frei von Last.
Und dass du es dir dort oben gutgehen lässt – mit dem besten Käse, zartestem Hühnerfleisch, endlosen Leckerlis und einem sonnigen Lieblingsplatz.

Danke, dass du 15 Jahre lang Teil unserer Familie warst.
Ein weiteres Mal der Beweis: Familie ist so viel mehr als Blut und Abstammung.
Es sind die Herzen, für die man sich entscheidet.
Die Verbindungen, die bleiben, wenn alles andere zerbricht.

Mach dir keine Sorgen um Mama. Luke und ich passen auf sie auf. Für dich.

Danke, dass ich für immer deine Pfotenabdrücke im Herzen tragen darf.
Lass uns, wenn es irgendwo ein nächstes Leben gibt, wiederfinden.

Flieg hoch und leuchte hell, du kleiner Engel.
Und liebe Grüße an alle dort oben.

Zwischen Licht und Schatten – Was ich über Freundschaft (und mich selbst) gelernt habe

Seit Wochen wirbeln Gedanken, Erinnerungen und Gefühle in meinem Kopf durcheinander. Besonders jetzt, wo es mir eigentlich gut geht, fällt es mir schwer, mich bewusst mit meinen inneren Themen zu verbinden. Oft entgleiten sie mir, rollen leise in den Hintergrund meines Bewusstseins – als hätten sie Angst, sich zeigen zu dürfen. Ich übe mich darin, meine tiefen Emotionen und großen Gedanken nicht nur dann zu greifen, wenn ich in dunklen Zeiten stecke. Nicht nur dann, wenn meine Fantasie mich wie ein Schutzschild umhüllt.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Freundschaft.
Die größte Achterbahnfahrt meines Lebens.

Ich habe in diesem Bereich so viel erlebt, so viel gefühlt, so viel verloren – und trotzdem habe ich das Gefühl, dass das nächste Kapitel schon wieder bereitsteht. Dass hinter der nächsten Kurve erneut eine Lektion auf mich wartet.

Als Kind war ich anders.
„Komisch“, „seltsam“ – solche Begriffe wurden mir oft zugeschrieben. Und ich hatte nie wirklich Freunde um mich herum. Das soll kein trauriges Klagelied sein. Ich war stark. Ich war Einzelgängerin. Und ich habe mich in dieser Rolle zurechtgefunden. Aber tief in mir war da immer die Sehnsucht: Wie fühlt es sich an, echte Freundschaft zu erleben?

Ich wollte nie viele Menschen um mich. Ich sehnte mich nach Tiefe, nicht nach Masse. Nach 1–2 ehrlichen Seelen, mit denen ich das Leben teilen konnte. Menschen, bei denen ich nichts verstecken musste. Menschen, die mich wirklich sahen.

Doch das Leben hatte wohl andere Pläne.
Und wenn ich heute an mein inneres Kind zurückdenke, würde ich es am liebsten fest in den Arm nehmen und vor all dem Schmerz bewahren, der noch kommen sollte.
Aber ich weiß: Ich hätte diesen Weg nicht bekommen, wenn ich ihn nicht gehen – und daran wachsen – könnte.

Heute sitze ich in meiner eigenen Wohnung, mit meinem Seelenhund an meiner Seite, und schreibe über all die Erfahrungen, die mich geformt haben – und über die, aus denen ich noch immer lerne.

Oft dachte ich: „Das ist sie jetzt – diese eine Freundschaft, die bleibt. Die eine Person, mit der ich gegen den Rest der Welt stehen kann.“
Doch jede dieser Beziehungen hatte ein unsichtbares Ablaufdatum.

Mit der Zeit habe ich gelernt: Nicht jede Begegnung ist für die Ewigkeit. Manche Menschen kreuzen unseren Weg, damit wir durch sie wachsen. Damit wir erkennen, was wir noch nicht verstanden haben. Oder um zu prüfen, ob wir das, was wir bereits gelernt haben, nun wirklich leben können.

Und ja, ich habe oft gezweifelt.
Warum überhaupt weitermachen, wenn ich doch sowieso immer gut allein klargekommen bin? Ich war mein eigener treuer Freund. Ich habe mich selbst getragen.

Aber dann kam die ehrlichere Frage:
Bin ich mir wirklich ein treuer Freund?
Akzeptiere ich mich wirklich so, wie ich bin?
Mag ich mich überhaupt?

Die Antwort war nicht so klar, wie ich gehofft hatte.
Ich erwischte mich beim Schönreden.

Vor über einem Jahr wurde alles plötzlich klar. Ich sah nicht nur mein Umfeld – ich sah endlich mich selbst. Schonungslos ehrlich.
Und genau da begann mein Wendepunkt.
In Sachen Selbstliebe. Und in Sachen Freundschaft.

Ich erkannte, dass beides für mich untrennbar miteinander verbunden ist.
Als empathischer Mensch ist mein natürlicher Impuls, mich selbst hintenanzustellen. Zu geben, zu retten, zu fühlen – für andere.
Aber wenn ich das nicht mit genug Liebe zu mir selbst ausgleiche, dann verliere ich mich. Wieder und wieder.

Heute weiß ich das.
Heute bin ich achtsamer.
Und ja – ich bin wählerischer.

Die Ines von früher hätte sich darüber aufgeregt.
„Wie kannst du so wählerisch sein? Sei froh, dass du überhaupt Freunde hast!“
Aber weißt du was?
Die anderen sollten auch froh sein, mich als Freundin zu haben.
(Das ist ein Text für ein andermal.)

Heute schaue ich zurück – nicht mit Schmerz, sondern mit Dankbarkeit.
Ich trauere nicht mehr. Ich mache mir keine Vorwürfe.
Ich reflektiere. Schmerzfrei.

Ich blicke zurück auf frühere Versionen von mir und erkenne: Ich bin gewachsen. Ich habe gelernt. Und ich lerne noch immer.

In letzter Zeit denke ich oft an eine bestimmte Person.
Jemand, der mich mehr geprägt hat, als ich es damals verstand.
Eine wunderbare Seele.

Manchmal fühlt es sich an, als wären unsere Wege nie wirklich getrennt gewesen.
Als würdest du immer noch in mir weiterleben.
Du warst der erste Mensch, der mich nicht verändern wollte.
Nicht als Projekt. Nicht als Schwäche. Nicht als Mittel zum Zweck.

Du hast mich gesehen.
In meinem ganzen Chaos.
In meiner Verletzlichkeit.
In meinem Alleinsein.

Unsere Wege trafen sich in einem meiner dunkelsten Kapitel – und du hast das Licht zurückgebracht.
Stück für Stück.
Du hast mich aus meiner Starre geholt.
Mich gehalten, mich verstanden.
Und zum ersten Mal seit langem konnte ich wieder atmen.

Doch der Hochflug kommt oft vor dem Fall.

Was es war, das uns am Ende getrennt hat – ich weiß es bis heute nicht.
Vielleicht war es einfach die Zeit.
Vielleicht hat das Leben kein Happy End für uns vorgesehen.
Vielleicht haben wir uns zu früh gefreut – und für hungrige Seelen sehen Brotkrümel eben schnell wie ein Festmahl aus.

Wir wollten glauben, dass unsere Liebe ausreicht.
Dass wir nicht mehr an uns selbst arbeiten müssen, weil wir einander haben.
Doch wir konnten uns selbst damals nicht lieben.
Und genau da begann unser Ende.

Als die ungelösten Themen langsam zu uns zurückfanden, war die Angst, einander zu verlieren, irgendwann größer als alles andere.
Also beschlossen wir – bewusst oder unbewusst – uns selbst zu schützen, indem wir uns losließen.

Heute glaube ich, dass dieser Abschied wichtig war.
Vielleicht sogar heilsam.
Aber trotzdem…
Erwische ich mich manchmal dabei, wie ich dich vermisse.

Nicht wie früher.
Sondern aus einer neuen Perspektive.
Erwachsener. Freier. Friedlicher.

Vor dir – und nach dir – war niemand mehr so tief in meinem Herzen verankert wie du.
Ich glaube, wir werden immer ein Teil voneinander sein.
Zwei Seelen, die sich erkannt haben. Twin Flames, die nie ganz verglühen.

Und genau mit dieser Wärme, mit dieser Dankbarkeit denke ich an uns zurück.
Danke, dass du mich zurück ins Leben geholt hast.
Danke, dass ich heute die Frau sein darf, die ich bin.

(Wer weiß, wohin ich ohne dich gegangen wäre.)

Natürlich verrate ich nicht, wer du bist.
Das wäre nicht besonders poetisch.
Aber ich bin mir sicher:
Du weißt es längst.

In diesem Sinne:
Drückt eure Herzensmenschen. Einfach so.
Man braucht keinen Anlass, um zu zeigen, wie viel jemand einem bedeutet.
Und vergesst dabei nicht euch selbst.

Feiert euren Weg.
Ganz egal, wo ihr gerade steht.
Genießt die Zeit mit Menschen, die sich wie Sonnenschein anfühlen.
Und lebt im Moment – solange er da ist. 🌞

🌊“Wenn alte Wunden neue Wege öffnen – Heilung in kleinen Schritten“

Viel ist mal wieder passiert in letzter Zeit. Kein großes Drama, kein seelischer Ausnahmezustand – sondern einfach: das Leben. Das Leben, wenn man beginnt, sich langsam wieder zurück in die Welt zu tasten. Und ich glaube, genau das passiert bei mir gerade. Ich traue es mich fast noch nicht laut auszusprechen, aber ich habe das Gefühl, dass ich bereit bin, meinen sicheren Raum Stück für Stück zu verlassen – neugierig, vorsichtig, aber entschlossen.

Szenarien, die mich früher geprägt haben, schaue ich mir neu an. Ich stelle sie auf den Kopf, sortiere sie um, schreibe sie ein Stück weit um. Das ist wie ein sanftes Neuprogrammieren meines Gehirns – alte Muster brechen, neue Wege denken. Erlebnisse, die mir jahrelang schwer im Magen lagen, fühlen sich plötzlich wie ein Weckruf an. Denn ich bin nicht nur die Hauptfigur meines Lebens, sondern auch die Autorin – und Geschichten kann man immer wieder neu schreiben.

Damals, als sich vieles so endgültig angefühlt hat – so schwer, so schmerzhaft – da dachte ich, das Leben hört auf. Aber das tat es nie. Es ging weiter. Die Würfel wurden neu geworfen. Und jetzt mische ich mit.

Aktuell gelingt es mir erstaunlich gut, zwischen meinem inneren Kreis, meinem sicheren Kreis und meinem äußeren sozialen Umfeld zu unterscheiden – und sie gleichzeitig nebeneinander existieren zu lassen, ohne harte Grenzen oder Mauern. Das klingt komplizierter, als es ist. Ich bin eine Helferin, das werde ich immer sein. Ich bin hochsensibel, tief emotional und offen. Menschen vertrauen sich mir an, springen in meine kleine Bubble – und das ist okay so. Aber ich lerne, die Dinge an ihrem Platz zu lassen. Zum Selbstschutz, ja – aber auch, um eine bessere Freundin zu sein.

Ich übe mich darin, Dinge nicht immer so ernst zu nehmen, wie mein Kopf es mir einreden will. Nicht alles muss analysiert, durchdacht und zerpflückt werden. Manchmal darf man sich einfach trauen. Dinge ausprobieren. Fehler machen. Abstürzen – solange man weiß, wie man wieder aufsteht. Einfach mal wieder Spaß haben, mit Menschen unterwegs sein, die einem ein gutes Gefühl geben. Einfach mal wieder ehrlich extrovertiert sein – denn auch das gehört zu mir.

Ich merke immer deutlicher: Es sind nicht die Menschen, die mir Angst machen – es sind die Erfahrungen, die ich mit mir herumtrage. Gerade ich als Empathin brauche Nähe genauso wie Rückzug. Und ich bin glücklich, wenn ich dazu beitragen kann, dass andere sich gut fühlen. Wenn Menschen sich in meiner Nähe fallen lassen können – so wie sie sind – dann berührt mich das tief.

Und ich glaube, ich bin endlich bereit, mich wieder ins soziale Leben zu wagen. Blöd gesagt: Ich traue mich wieder raus. Die Welt darf mich wieder sehen. Und ich bin gespannt, was sie mir zeigt.

Mein Fazit:
Jeder Mensch heilt in seinem eigenen Tempo. Niemand ist „weiter“ oder „besser“. Wir alle sind unperfekt – und genau das macht uns besonders. Es ist kein Zeichen von Schwäche, nach einer langen Zeit der Isolation wieder rauszuwollen. Es ist ein Zeichen von Mut. Wie viel Kraft es kostet, nach Chaos und Trauma zu sagen: Ich bin noch da. Und ich will leben. Das ist beeindruckend.

Ich bin neugierig, was das Leben für mich bereithält – und ich freu mich schon auf den nächsten Blogpost.

In diesem Sinne: Einen wunderschönen Abend euch allen – und morgen einen sanften, mutigen Start in die neue Woche. Auch wenn’s vielleicht nicht so läuft wie geplant: Man darf immer wieder neu anfangen.