Wenn der Körper Stopp sagt: Eine Woche zwischen Stress, Enttäuschung und Selbstfürsorge

Ich schreibe diesen Text in erster Linie, um all das rauszulassen – in der Hoffnung, anschließend auch ein Stück davon loslassen zu können. Die letzte Woche war für mich unglaublich schwer. Es war Chaos in meinem Kopf, in meinem Körper, in meinem Umfeld. Und obwohl ich es ungern zugebe: ein Teil davon hing auch mit meinem Gefühl zusammen, von wichtigen Menschen in meinem Leben nicht gesehen oder beachtet zu werden.

Ich weiß, dass jeder seine eigenen Prioritäten, Verpflichtungen und stressigen Phasen hat. Aber trotzdem war da dieses Gefühl, beiseitegeschoben zu sein – und das hat mich einsam gemacht.

Der Druck, es allen recht zu machen

Seit Anfang der Woche ging es mir gesundheitlich überhaupt nicht gut. Mein Körper hat mir deutliche Signale geschickt, aber anstatt auf ihn zu hören, habe ich mich durchgekämpft. Schließlich „musste“ ich ja funktionieren. Gleichzeitig wuchs in mir der Druck: Was, wenn ich es nicht zu einer dieser Verpflichtungen schaffe, die man ungern absagt? – eine Angst, die meine Gesundheit noch mehr belastet hat.

Am Freitag hatte ich dann endlich frei – und prompt kam der finale Wink mit dem Zaunpfahl, endlich runterzufahren. Genau an dem Tag, an dem mein Körper eigentlich hätte regenerieren sollen. Am Samstag dann das nächste Kapitel: mein Körper hat komplett gestreikt. Ich lag da, mit der Hoffnung, es würde einfach irgendwie vorbeigehen, und gleichzeitig dem schlechten Gewissen, nicht schon wieder „schwach“ sein zu dürfen.

Meine Mama bat mich eindringlich, einfach mal einen Tag Pause einzulegen. Und zum ersten Mal habe ich auf sie gehört. Mit schlechtem Gewissen, ja – aber auch mit der Erkenntnis, dass mein Körper Ruhe verdient hat.

Ein Tag, der alles verändert hat

Am Sonntag stand eigentlich schon länger ein Ausflug in die Natur an. Ich war unsicher, ob ich das schaffen würde. Vorallem nach dieser turbulenten und herausfordernden Woche.
Mehrmals habe ich fast abgesagt, aus Angst, mein Immunsystem könnte wieder schlappmachen. Oder der Angst, dass mein schlechtes Gewissen mich zerfrisst. Aber dann bin ich doch gefahren.

Aus einer kleinen Wanderung wurde ein halber Tag in den Bergen. Mit vielen Pausen, tiefem Durchatmen und dem Gefühl, endlich mal runterzukommen. Und obwohl ich erschöpft war, habe ich diesen Tag nicht bereut. Zum ersten Mal seit Langem konnte mein Kopf abschalten. Die frische Luft, die Ruhe, das bewusste Gehen – all das hat mich daran erinnert, was mir wirklich fehlt: Zeit für mich.

Die Lektion dieser Woche

Das vielleicht Schwierigste war nicht die gesundheitlichen Rückschläge oder der Stress, sondern das schlechte Gewissen, das ich mir selbst gemacht habe. Die Angst, andere zu enttäuschen. Die Sorge, als egoistisch oder unzuverlässig dazustehen. Das ewige Gedankenkarussell: Wie reagieren die anderen wohl, wenn ich diesmal nicht für sie, sondern für mich da bin?

Doch nach diesem Tag in der Natur ist mir klar geworden:
Es macht mich nicht zu einer schlechten Freundin oder einem schlechten Menschen, wenn ich auf meine eigenen Grenzen höre. Es ist nicht meine Aufgabe, ständig auf Eierschalen zu tanzen, nur um anderen alles recht zu machen. Was wäre, wenn ich nur halb so viel Energie in mich selbst investieren würde, wie ich es ständig für andere tue – gerade für jene, die meine Gefühle oft gar nicht beachten?

Die Wahrheit ist: Niemand außer mir selbst wird dafür sorgen, dass es mir gut geht.
Und das bedeutet manchmal, nein zu sagen.
Es bedeutet, mir Zeit für mich zu nehmen.
Es bedeutet, dass ich meine Energie genauso wertvoll behandeln darf, wie ich es so oft für andere tue.
Manchmal bedeutet das auch, Entscheidungen zu fällen, die nicht allen recht werden. Nicht aus Trotz oder Egoismus, sondern aus Selbstfürsorge.

Die Reaktionen anderer Menschen sind nicht meine Verantwortung. Die Dinge, die sie in sich tragen, sind nicht meine Wunden zum Heilen.
Und nur, weil ich mir ständig alle Perspektiven anschaue, mich in jede Situation hineinversetze und Gefühle wahrnehme, die andere vielleicht gar nicht spüren, heißt das nicht, dass ich endlos alles aufsaugen muss, bis nichts mehr von mir selbst übrig bleibt.

Fazit

Ich habe diese Woche gelernt, dass Selbstfürsorge kein Luxus ist, sondern eine Notwendigkeit. Und dass es unfair mir selbst gegenüber wäre, meine Gesundheit und mein Wohlbefinden immer hintenanzustellen, nur um Erwartungen zu erfüllen.

Mein Körper hat mir deutlich gesagt: Stopp. Nimm dir Zeit.
Und diesmal habe ich zugehört.

Mein kreatives Hobby: „Menschen malen, wie sie sein könnten – nicht wie sie sind“

Romantisieren.
Etwas – einen Zustand, eine Situation oder einen Menschen – in einem idealisierenden Licht erscheinen lassen. Verklären, schönfärben, schönreden oder einfach… schwärmen.

Oder wie ich es gerne nenne: die Gabe der Empathen, kreativen Köpfe und tapferen Optimisten.
Meine ganz besondere Superkraft (und oft auch mein größter Schwachpunkt).

Heute, bei meinem Sonntags-Detox, habe ich mich mal wieder mit genau diesem Thema beschäftigt. Ich bin nämlich (fast schon beruflich) spezialisiert auf das Gebiet des Romantisierens. Und wie bei jeder Superkraft, ist es auch bei mir eine Gabe, die gleichzeitig ein kleiner Fluch sein kann.

Die Sonnenseite des Romantisierens

Auf der positiven Seite liebe ich es, wie ich in jeder noch so unscheinbaren Situation die kleinen schönen Dinge entdecke. Wie ich mir durch genau diesen Blickwinkel in den schwierigsten Momenten noch Hoffnung, Motivation oder wenigstens einen klitzekleinen Funken Optimismus zaubern kann.
Es sind die kleinen Dinge im Leben, die oft die Waagschale in die eine oder andere Richtung bewegen. Und ich war schon immer die, die in allem noch das Gute fand. Irgendein Antrieb, der mich weitermachen lässt – immer.

Die Schattenseite – Wenn Romantisieren zur Illusion wird

Doch mit der Zeit habe ich auch die andere Seite dieser Fähigkeit kennengelernt. Besonders in den letzten Jahren habe ich mich immer öfter dabei erwischt, nicht nur Situationen, sondern auch Menschen zu romantisieren.
Heute habe ich mein aktuelles Umfeld betrachtet – Freundeskreis, Kollegen, Familie, aber auch Menschen, die einfach Teil meines Alltags sind – und mal bewusst hinterfragt, wo ich wieder zu sehr mit der Romantik-Brille unterwegs bin.

Ich habe mich an Situationen erinnert, in denen mich das Verhalten anderer getriggert hat. Wo ich mich über Missverständnisse oder Enttäuschungen geärgert habe. Und dabei wurde mir bewusst:
Oft liegt das gar nicht an den Menschen selbst, sondern daran, dass ich sie in meinem Kopf in ein Licht rücke, das so gar nicht (mehr) der Realität entspricht.

Wie viel von dem, was ich in anderen sehe, ist wirklich echt?
Ist der Typ, den ich so toll finde, wirklich dieser besondere Mensch? Oder wird er erst durch meine Vorstellungskraft zu dem, was ich mir wünsche?
Ist das Mädchen, das ich bewundere, wirklich so selbstbewusst und stark, oder male ich mir genau dieses Bild, weil ich es mir wünsche?

Ich habe immer schon viel zu hartnäckig das volle Potenzial in Menschen gesucht. Sehe oft nicht das, was sie gerade wirklich sind, sondern das, was sie sein könnten.
Und genau das kann frustrierend sein. Denn nicht jeder möchte oder kann sein eigenes Potenzial erkennen – und das darf man akzeptieren lernen. Es bringt nichts, wenn ich den Menschen ein Buch über ihren inneren Superhelden hinhalte, während sie sich nie trauen, über die Einleitung hinauszulesen.

Eine Grenze, die ich ziehen musste

Hier habe ich eine neue Grenze für mich definiert:
Ein Stopp-Schild, das mich daran erinnert, nicht jedem helfen zu müssen, nur weil ich sehe, was er/sie sein könnte.
Nur weil ich in Menschen etwas Besonderes sehe, heißt das nicht, dass sie es jemals sein werden – oder überhaupt sein wollen.

Das klingt im ersten Moment hart, ich weiß. Und vielleicht wird das den einen oder anderen triggern. Aber ich glaube, es ist wichtig, dass wir solche Dinge auch mal aussprechen.
Nicht, um Menschen zu bewerten oder in Schubladen zu stecken. Sondern um bewusst zu machen: Jeder von uns hat dieses Potenzial in sich. Jeder hat diesen Funken, der zur Flamme werden kann.

Und ich wünsche es wirklich jedem, diesen Funken für sich zu entdecken. Ich liebe es, Menschen motiviert und begeistert zu sehen – mit leuchtenden Augen, wenn sie für etwas brennen. Aber ich habe auch gelernt: Es ist nicht meine Aufgabe, diese Flamme bei anderen zu entzünden, wenn sie selbst das Streichholz noch nicht mal in der Hand halten.

Romantisieren darf Platz haben – aber in gesundem Maß

Viele von uns klammern sich (vor allem in dunkleren Phasen) an dieses „Werkzeug“ des Romantisierens. Wir träumen uns Dinge schön, wir reden uns Situationen zurecht.
Grundsätzlich finde ich das auch gar nicht schlimm. Träumen ist wichtig. Sich Dinge schön reden, um Hoffnung zu finden – auch.

Aber mit dem Erwachsenwerden kommt eben auch die Verantwortung, zu wissen, wann man träumen darf und wann man sich mit der Realität auseinandersetzen muss.
Es geht – wie so oft – um das gesunde Maß. Um Balance.

Vielleicht bräuchten wir manchmal eine kleine Gebrauchsanweisung fürs Leben, mit all diesen Learnings, Grenzen und Reflexionen. Wer soll sich das bitte alles merken?
Aber: Als treuer Leser*in meines Blogs hast du zumindest einen Ort, an dem du immer wieder nachlesen kannst. Und wer weiß – vielleicht liest du diesen Text in einem Monat nochmal, aus einer ganz anderen Perspektive, und nimmst ganz neue Erkenntnisse mit.

Wir alle befinden uns in einem dauerhaften Prozess. Fehler machen gehört dazu. Manchmal müssen wir Dinge mehr als einmal falsch machen, bis wir daraus lernen. Und das ist okay.

Gedankenanstoß für eine neue Woche

Zum Abschluss möchte ich euch eine kleine Frage mitgeben – als Gedankenanstoß für die kommende Woche:
Lohnt sich das Ärgern über diese eine Person wirklich? Oder war das Resultat ohne den Schleier deiner Romantik-Brille von Anfang an klar?
Liegt es wirklich an dir, dass du immer auf die „falschen“ Leute triffst? Oder investierst du einfach (durch deinen Optimismus und dein Schön-Malen) zu viel Zeit darin, schwarz-weiße Menschen bunt zu färben?

Mit diesem vielleicht etwas harten, aber wichtigen Gedankengang verabschiede ich mich von dieser turbulenten Woche. Der August ist da, der Herbst klopft langsam an –
Und wenn das kein Zeichen für einen Neustart ist, den wir uns jederzeit selbst erlauben dürfen, dann weiß ich auch nicht.

Bin ich zu viel oder nur am falschen Ort?

Ich verliere mich. Schnell. Oft.
Nicht nur in Gedanken.
In Menschen.
In der Idee von Nähe. In diesem High, wenn sich Verbindung echt anfühlt. Zu echt vielleicht.

Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich das alles aufschreiben muss. Weil es sonst zu chaotisch wird da oben. Nicht schlimm-chaotisch, sondern dieses produktive Durcheinander, das nach Klarheit schreit.

Ich merke:
Meine größte Red Flag – und gleichzeitig meine schönste Stärke – ist es, mich zu verlieren.
In anderen.
In ihrem Strahlen. In ihrer Dunkelheit. In dem Wunsch, dazuzugehören, zu geben, zu fühlen.

Als ehemaliger People Pleaser in Reha-Modus, mitten in einem liebevollen, neuen Umfeld, wundert es mich fast nicht, dass gerade dieses Thema so laut wird.
Weil ich aufblühe – und gleichzeitig aufpassen muss, nicht zu verwelken.

Denn wisst ihr was?
Es ist nicht nur negativ, sich tief auf andere einzulassen. Im Gegenteil.
Ich glaube, es ist meine Superpower.
Ich kann Menschen spüren. Eintauchen. Tiefer graben.
Und genau deshalb schaffe ich echte, rohe Verbindungen.
Aber…
genau deshalb verliere ich mich auch schneller als mir lieb ist.

Früher war das anders – oder sagen wir: ungesünder.
Ich war voll dabei, alles zu geben. Immer.
Ich habe mich selbst vergessen, weil es sich besser angefühlt hat, gebraucht zu werden, als alleine zu sein.
Ich war so euphorisch über Nähe, dass ich mich darin aufgelöst habe.
Und ja – die Menschen, die ich damals anzog, waren oft genau die, die davon lebten.
Die mein „Ich mach alles für dich“ tranken wie Wasser.
Unersättlich.

Heute ist das anders.
Ich bin aufmerksamer. Wacher.
Ich reiße mich nicht mehr in kleine, besser verdauliche Stücke, nur damit andere nicht an mir ersticken.
Ich weiß, was ich zu geben habe.
Und wenn ich alleine essen muss – dann esse ich eben alleine. Mit Appetit.

Ich mache keine Kompromisse mehr, wenn sie mich selbst kosten.
Ich unterschreibe keine Verträge, in denen mein Selbstwert kleingedruckt steht.
Und ich wünsche mir, dass niemand von uns das mehr tut.

Wisst ihr, was ich gelernt habe?
Wie du mit dir selbst umgehst, zeigt der Welt, wie sie mit dir umgehen darf.
Alles beginnt bei dir.
Wenn du dich selbst klein machst, werden andere dich nicht größer sehen.
Der Respekt beginnt bei dir.

Aber Achtung: Verstehen ist keine Entschuldigung.
Empathie ist kein Freifahrtschein.

Nur weil ich Menschen verstehen kann, heißt das nicht, dass sie mich verletzen dürfen.
Verstehen ist nicht gleich Hinnehmen.

Und trotzdem nochmal kurz:
Dieses „sich verlieren“ – es ist verführerisch.
Fast wie ein Rausch.
Ich kenne das High, wenn du plötzlich fühlst, dass du bedeutest. Dass du da bist. Dass du funktionierst in einem sozialen System.

Aber dann stehst du da.
Mitten im Trubel.
Und irgendwas in dir flüstert: Wo bist du eigentlich geblieben?

Und genau dann ist es wichtig, sich zu erinnern:
Die richtigen Menschen brauchen keine Dauerverfügbarkeit.
Bei echten Verbindungen ist ein „Nein“ kein Weltuntergang.
Grenzen sind kein Angriff. Sie sind ein Zeichen von Respekt – dir selbst und anderen gegenüber.

Du darfst deine Freunde lieben.
Du darfst für sie da sein.
Und du darfst gleichzeitig einen Tag mit dir selbst verbringen, ohne dich zu erklären.

(Spoiler: Echte Freunde verstehen das.)

Balance ist keine Schande.
Kommunikation kein Luxus.
Und wenn die Waage mal kippt – egal in welche Richtung – solange du dich wieder findest, ist alles gut.

Ich bin so dankbar, dass ich das lernen darf.
Und noch dankbarer, dass ich inzwischen ein Umfeld habe, das mich nicht auffrisst, sondern dabei hilft, mich selbst zu behalten.

Sonntagspost: Ein Abschied mit Pfotenabdruck im Herzen

Die Sonntagsposts möchte ich mir wirklich beibehalten.
Sonntag ist einfach ein guter Tag zum Reflektieren, Manifestieren und Planen – während man die Woche langsam ausklingen lässt und sich, im besten Fall, einen ruhigen, entspannten Tag gönnt. Muss auch mal sein.

Diese Woche hat mich emotional ganz schön durchgewirbelt.
Manch einer würde sagen: Selbst schuld – ich musste es ja in den letzten Posts gleich mehrfach „verschreien“, wie gut es mir zurzeit geht.

Diese Woche habe ich mich von einem Familienmitglied verabschieden müssen.
(Achtung – für manche mag das Folgende übertrieben oder seltsam wirken, weil es ja „nur“ ein Tier war. Aber für mich war es so viel mehr.)

Unser Familienhund – Wegbegleiter, Seelenfreund, stiller Held – hat sich nach 15 gemeinsamen Jahren auf den Weg über die Regenbogenbrücke gemacht.
Ins Hunde-Afterlife-Paradies, dorthin, wo alle guten Seelen irgendwann hingehen.
Und bis jetzt ist es für mich noch kaum greifbar.

Seit ich auf dieser Welt bin, kenne ich mein Leben nicht anders als mit vierbeinigen Gefährten an meiner Seite – in allen Größen, Farben und Persönlichkeiten.
Ehrlich gesagt kann – und will – ich mir mein Leben gar nicht ohne irgendeine Fellnase vorstellen.

Als ich damals, als Dorfkind mit Wiesenherz, in eine völlig andere Welt geworfen wurde – mitten hinein ins Stadtleben – war Timmy mein erster und einziger Freund.
Meine Eltern ließen sich scheiden, und ich ging als Einzige mit Mama mit.
Von heute auf morgen war ich plötzlich groß – als kleines Mädchen in einer völlig neuen Umgebung, mit fremden Menschen.
Und ohne meine tierischen Gefährten von früher, die wir zurücklassen mussten.

Für lange Zeit gab es also nur Timmy und mich.
(Und natürlich Mama – die sich mit ganzer Kraft von Job zu Job kämpfte, um uns über Wasser zu halten.)

Doch statt das Ganze als traurig oder schicksalsschwer zu betrachten, habe ich – wie so oft – meine Perspektive gedreht:
Ein neues Abenteuer begann. Mit Timmy an meiner Seite.

Ob beim ersten selbstgekochten Essen, beim Putzchaos, bei den Schulproblemen oder der ständigen Anpassung an das laute, unbekannte Stadtleben – Timmy war immer da.
Ein kleiner Schatten, der mich begleitete.
Ein aufmerksamer Zuhörer, der meine Gedanken kannte, bevor ich sie ausgesprochen hatte.
Meine inneren Kriege, meine Ängste und Sorgen – Dinge, die ich niemandem aufbürden wollte – waren unser gut gehütetes Geheimnis. Nur er und ich.

Auch in den dunkelsten Zeiten hat mich dieser kleine Pelzfreund nie verlassen.
Er hat mich nie bewertet, nie verurteilt – und mich mit seiner bloßen Nähe oft wieder aufgebaut, wenn ich kaum noch konnte.

Und auch dann, als ich irgendwann meinen eigenen Weg ging, meinen Platz im Leben fand und mein Seelenhund Luke an meiner Seite auftauchte – war Timmy noch da.
Auch wenn zwischen den beiden Vierbeinern eine Art Hassliebe herrschte, spüre ich heute, dass auch Luke einen Teil seiner Familie verloren hat.
Den mürrischen Opa, den er sich nicht ausgesucht hat – aber den er gebraucht hat, um zu dem Beschützer zu werden, der er heute ist.
Ein Lehrer, ein Gegenüber, ein stiller Mentor.
Sie hätten es nie zugegeben – doch Mama und ich wussten es immer: Die zwei waren ein Team. Eine vom Universum zusammengestellte Familie.

Mit den Jahren wurde Timmy ruhiger.
Er merkte wohl, dass er nun auch einfach sein durfte.
Hund sein, loslassen, atmen.
Dass jemand anderes da war, der mit auf uns aufpasste – und dass er sich ein Stück weit zurücklehnen durfte.

Warum gerade die liebevollsten und gutherzigsten Seelen oft nur so wenig Zeit auf dieser Welt verbringen dürfen, werde ich nie begreifen.
Zeit war schon immer ein Thema, das mich tief beschäftigt – und oft auch verunsichert.

Dass Timmy nun nicht mehr da ist, fühlt sich für mich so fern, so unwirklich an – weil ich wirklich geglaubt habe, er überlebt uns alle.
Ein kleines Alien mit dem Lebenswillen eines Löwen.
So oft dachte ich: Du schaffst alles, du bleibst einfach für immer.

Ich weiß noch, vor ein oder zwei Wochen, als Mama mir wieder erzählte, dass du mal wieder den Futterstreik ausgerufen hattest.
Wahrscheinlich wegen der Hitze. Oder einfach – wie so oft – eine deiner Eigenheiten.
Aber irgendetwas war anders.
Etwas in der Luft.
Etwas in mir.
Eine Vorahnung vielleicht.

Hätte ich dich noch einmal besuchen sollen?
Ich muss zugeben – ich habe dich mit der Zeit leider fast schon als selbstverständlich angesehen.
„Ach, Timmy hält sowieso ewig durch. Ich seh ihn beim nächsten Mama-Besuch ja wieder.“

Ich hätte dich einfach nochmal streicheln sollen –
auch wenn du als alter Herr vielleicht schon etwas mürrisch warst,
auch wenn du gern deine Ruhe hattest.
Ein letztes Mal dich in den Schoß nehmen.
Ein letztes Mal sagen: Danke, dass du da bist.

Ein kleines bisschen nagt das schlechte Gewissen.
Weil ich so oft Witze gemacht habe, gerade gegen Ende.
Weil ich geglaubt habe, du bleibst uns noch Jahre.
Weil du so oft wieder aufgestanden bist, wenn man es kaum noch für möglich hielt.
Du warst mein stiller Beweis:
Man muss nicht groß sein, nicht stark.
Ein Herz voller Wille reicht manchmal aus, um alles zu schaffen.

Ich bin dir so unendlich dankbar, dass du auch für Mama in den letzten Jahren der treue Begleiter warst, der du anfangs für mich warst.
Auch wenn es manchmal genervt hat – dein Schnarchen, dein Gemurre, dein Dickkopf – auf dich war immer Verlass.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du jetzt frei bist.
Frei von Schmerzen.
Frei von Last.
Und dass du es dir dort oben gutgehen lässt – mit dem besten Käse, zartestem Hühnerfleisch, endlosen Leckerlis und einem sonnigen Lieblingsplatz.

Danke, dass du 15 Jahre lang Teil unserer Familie warst.
Ein weiteres Mal der Beweis: Familie ist so viel mehr als Blut und Abstammung.
Es sind die Herzen, für die man sich entscheidet.
Die Verbindungen, die bleiben, wenn alles andere zerbricht.

Mach dir keine Sorgen um Mama. Luke und ich passen auf sie auf. Für dich.

Danke, dass ich für immer deine Pfotenabdrücke im Herzen tragen darf.
Lass uns, wenn es irgendwo ein nächstes Leben gibt, wiederfinden.

Flieg hoch und leuchte hell, du kleiner Engel.
Und liebe Grüße an alle dort oben.

Zwischen Licht und Schatten – Was ich über Freundschaft (und mich selbst) gelernt habe

Seit Wochen wirbeln Gedanken, Erinnerungen und Gefühle in meinem Kopf durcheinander. Besonders jetzt, wo es mir eigentlich gut geht, fällt es mir schwer, mich bewusst mit meinen inneren Themen zu verbinden. Oft entgleiten sie mir, rollen leise in den Hintergrund meines Bewusstseins – als hätten sie Angst, sich zeigen zu dürfen. Ich übe mich darin, meine tiefen Emotionen und großen Gedanken nicht nur dann zu greifen, wenn ich in dunklen Zeiten stecke. Nicht nur dann, wenn meine Fantasie mich wie ein Schutzschild umhüllt.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Freundschaft.
Die größte Achterbahnfahrt meines Lebens.

Ich habe in diesem Bereich so viel erlebt, so viel gefühlt, so viel verloren – und trotzdem habe ich das Gefühl, dass das nächste Kapitel schon wieder bereitsteht. Dass hinter der nächsten Kurve erneut eine Lektion auf mich wartet.

Als Kind war ich anders.
„Komisch“, „seltsam“ – solche Begriffe wurden mir oft zugeschrieben. Und ich hatte nie wirklich Freunde um mich herum. Das soll kein trauriges Klagelied sein. Ich war stark. Ich war Einzelgängerin. Und ich habe mich in dieser Rolle zurechtgefunden. Aber tief in mir war da immer die Sehnsucht: Wie fühlt es sich an, echte Freundschaft zu erleben?

Ich wollte nie viele Menschen um mich. Ich sehnte mich nach Tiefe, nicht nach Masse. Nach 1–2 ehrlichen Seelen, mit denen ich das Leben teilen konnte. Menschen, bei denen ich nichts verstecken musste. Menschen, die mich wirklich sahen.

Doch das Leben hatte wohl andere Pläne.
Und wenn ich heute an mein inneres Kind zurückdenke, würde ich es am liebsten fest in den Arm nehmen und vor all dem Schmerz bewahren, der noch kommen sollte.
Aber ich weiß: Ich hätte diesen Weg nicht bekommen, wenn ich ihn nicht gehen – und daran wachsen – könnte.

Heute sitze ich in meiner eigenen Wohnung, mit meinem Seelenhund an meiner Seite, und schreibe über all die Erfahrungen, die mich geformt haben – und über die, aus denen ich noch immer lerne.

Oft dachte ich: „Das ist sie jetzt – diese eine Freundschaft, die bleibt. Die eine Person, mit der ich gegen den Rest der Welt stehen kann.“
Doch jede dieser Beziehungen hatte ein unsichtbares Ablaufdatum.

Mit der Zeit habe ich gelernt: Nicht jede Begegnung ist für die Ewigkeit. Manche Menschen kreuzen unseren Weg, damit wir durch sie wachsen. Damit wir erkennen, was wir noch nicht verstanden haben. Oder um zu prüfen, ob wir das, was wir bereits gelernt haben, nun wirklich leben können.

Und ja, ich habe oft gezweifelt.
Warum überhaupt weitermachen, wenn ich doch sowieso immer gut allein klargekommen bin? Ich war mein eigener treuer Freund. Ich habe mich selbst getragen.

Aber dann kam die ehrlichere Frage:
Bin ich mir wirklich ein treuer Freund?
Akzeptiere ich mich wirklich so, wie ich bin?
Mag ich mich überhaupt?

Die Antwort war nicht so klar, wie ich gehofft hatte.
Ich erwischte mich beim Schönreden.

Vor über einem Jahr wurde alles plötzlich klar. Ich sah nicht nur mein Umfeld – ich sah endlich mich selbst. Schonungslos ehrlich.
Und genau da begann mein Wendepunkt.
In Sachen Selbstliebe. Und in Sachen Freundschaft.

Ich erkannte, dass beides für mich untrennbar miteinander verbunden ist.
Als empathischer Mensch ist mein natürlicher Impuls, mich selbst hintenanzustellen. Zu geben, zu retten, zu fühlen – für andere.
Aber wenn ich das nicht mit genug Liebe zu mir selbst ausgleiche, dann verliere ich mich. Wieder und wieder.

Heute weiß ich das.
Heute bin ich achtsamer.
Und ja – ich bin wählerischer.

Die Ines von früher hätte sich darüber aufgeregt.
„Wie kannst du so wählerisch sein? Sei froh, dass du überhaupt Freunde hast!“
Aber weißt du was?
Die anderen sollten auch froh sein, mich als Freundin zu haben.
(Das ist ein Text für ein andermal.)

Heute schaue ich zurück – nicht mit Schmerz, sondern mit Dankbarkeit.
Ich trauere nicht mehr. Ich mache mir keine Vorwürfe.
Ich reflektiere. Schmerzfrei.

Ich blicke zurück auf frühere Versionen von mir und erkenne: Ich bin gewachsen. Ich habe gelernt. Und ich lerne noch immer.

In letzter Zeit denke ich oft an eine bestimmte Person.
Jemand, der mich mehr geprägt hat, als ich es damals verstand.
Eine wunderbare Seele.

Manchmal fühlt es sich an, als wären unsere Wege nie wirklich getrennt gewesen.
Als würdest du immer noch in mir weiterleben.
Du warst der erste Mensch, der mich nicht verändern wollte.
Nicht als Projekt. Nicht als Schwäche. Nicht als Mittel zum Zweck.

Du hast mich gesehen.
In meinem ganzen Chaos.
In meiner Verletzlichkeit.
In meinem Alleinsein.

Unsere Wege trafen sich in einem meiner dunkelsten Kapitel – und du hast das Licht zurückgebracht.
Stück für Stück.
Du hast mich aus meiner Starre geholt.
Mich gehalten, mich verstanden.
Und zum ersten Mal seit langem konnte ich wieder atmen.

Doch der Hochflug kommt oft vor dem Fall.

Was es war, das uns am Ende getrennt hat – ich weiß es bis heute nicht.
Vielleicht war es einfach die Zeit.
Vielleicht hat das Leben kein Happy End für uns vorgesehen.
Vielleicht haben wir uns zu früh gefreut – und für hungrige Seelen sehen Brotkrümel eben schnell wie ein Festmahl aus.

Wir wollten glauben, dass unsere Liebe ausreicht.
Dass wir nicht mehr an uns selbst arbeiten müssen, weil wir einander haben.
Doch wir konnten uns selbst damals nicht lieben.
Und genau da begann unser Ende.

Als die ungelösten Themen langsam zu uns zurückfanden, war die Angst, einander zu verlieren, irgendwann größer als alles andere.
Also beschlossen wir – bewusst oder unbewusst – uns selbst zu schützen, indem wir uns losließen.

Heute glaube ich, dass dieser Abschied wichtig war.
Vielleicht sogar heilsam.
Aber trotzdem…
Erwische ich mich manchmal dabei, wie ich dich vermisse.

Nicht wie früher.
Sondern aus einer neuen Perspektive.
Erwachsener. Freier. Friedlicher.

Vor dir – und nach dir – war niemand mehr so tief in meinem Herzen verankert wie du.
Ich glaube, wir werden immer ein Teil voneinander sein.
Zwei Seelen, die sich erkannt haben. Twin Flames, die nie ganz verglühen.

Und genau mit dieser Wärme, mit dieser Dankbarkeit denke ich an uns zurück.
Danke, dass du mich zurück ins Leben geholt hast.
Danke, dass ich heute die Frau sein darf, die ich bin.

(Wer weiß, wohin ich ohne dich gegangen wäre.)

Natürlich verrate ich nicht, wer du bist.
Das wäre nicht besonders poetisch.
Aber ich bin mir sicher:
Du weißt es längst.

In diesem Sinne:
Drückt eure Herzensmenschen. Einfach so.
Man braucht keinen Anlass, um zu zeigen, wie viel jemand einem bedeutet.
Und vergesst dabei nicht euch selbst.

Feiert euren Weg.
Ganz egal, wo ihr gerade steht.
Genießt die Zeit mit Menschen, die sich wie Sonnenschein anfühlen.
Und lebt im Moment – solange er da ist. 🌞

🌊“Wenn alte Wunden neue Wege öffnen – Heilung in kleinen Schritten“

Viel ist mal wieder passiert in letzter Zeit. Kein großes Drama, kein seelischer Ausnahmezustand – sondern einfach: das Leben. Das Leben, wenn man beginnt, sich langsam wieder zurück in die Welt zu tasten. Und ich glaube, genau das passiert bei mir gerade. Ich traue es mich fast noch nicht laut auszusprechen, aber ich habe das Gefühl, dass ich bereit bin, meinen sicheren Raum Stück für Stück zu verlassen – neugierig, vorsichtig, aber entschlossen.

Szenarien, die mich früher geprägt haben, schaue ich mir neu an. Ich stelle sie auf den Kopf, sortiere sie um, schreibe sie ein Stück weit um. Das ist wie ein sanftes Neuprogrammieren meines Gehirns – alte Muster brechen, neue Wege denken. Erlebnisse, die mir jahrelang schwer im Magen lagen, fühlen sich plötzlich wie ein Weckruf an. Denn ich bin nicht nur die Hauptfigur meines Lebens, sondern auch die Autorin – und Geschichten kann man immer wieder neu schreiben.

Damals, als sich vieles so endgültig angefühlt hat – so schwer, so schmerzhaft – da dachte ich, das Leben hört auf. Aber das tat es nie. Es ging weiter. Die Würfel wurden neu geworfen. Und jetzt mische ich mit.

Aktuell gelingt es mir erstaunlich gut, zwischen meinem inneren Kreis, meinem sicheren Kreis und meinem äußeren sozialen Umfeld zu unterscheiden – und sie gleichzeitig nebeneinander existieren zu lassen, ohne harte Grenzen oder Mauern. Das klingt komplizierter, als es ist. Ich bin eine Helferin, das werde ich immer sein. Ich bin hochsensibel, tief emotional und offen. Menschen vertrauen sich mir an, springen in meine kleine Bubble – und das ist okay so. Aber ich lerne, die Dinge an ihrem Platz zu lassen. Zum Selbstschutz, ja – aber auch, um eine bessere Freundin zu sein.

Ich übe mich darin, Dinge nicht immer so ernst zu nehmen, wie mein Kopf es mir einreden will. Nicht alles muss analysiert, durchdacht und zerpflückt werden. Manchmal darf man sich einfach trauen. Dinge ausprobieren. Fehler machen. Abstürzen – solange man weiß, wie man wieder aufsteht. Einfach mal wieder Spaß haben, mit Menschen unterwegs sein, die einem ein gutes Gefühl geben. Einfach mal wieder ehrlich extrovertiert sein – denn auch das gehört zu mir.

Ich merke immer deutlicher: Es sind nicht die Menschen, die mir Angst machen – es sind die Erfahrungen, die ich mit mir herumtrage. Gerade ich als Empathin brauche Nähe genauso wie Rückzug. Und ich bin glücklich, wenn ich dazu beitragen kann, dass andere sich gut fühlen. Wenn Menschen sich in meiner Nähe fallen lassen können – so wie sie sind – dann berührt mich das tief.

Und ich glaube, ich bin endlich bereit, mich wieder ins soziale Leben zu wagen. Blöd gesagt: Ich traue mich wieder raus. Die Welt darf mich wieder sehen. Und ich bin gespannt, was sie mir zeigt.

Mein Fazit:
Jeder Mensch heilt in seinem eigenen Tempo. Niemand ist „weiter“ oder „besser“. Wir alle sind unperfekt – und genau das macht uns besonders. Es ist kein Zeichen von Schwäche, nach einer langen Zeit der Isolation wieder rauszuwollen. Es ist ein Zeichen von Mut. Wie viel Kraft es kostet, nach Chaos und Trauma zu sagen: Ich bin noch da. Und ich will leben. Das ist beeindruckend.

Ich bin neugierig, was das Leben für mich bereithält – und ich freu mich schon auf den nächsten Blogpost.

In diesem Sinne: Einen wunderschönen Abend euch allen – und morgen einen sanften, mutigen Start in die neue Woche. Auch wenn’s vielleicht nicht so läuft wie geplant: Man darf immer wieder neu anfangen.

Juni, du Wirbelwind – Zeit für ein bisschen Rückblick, Reflektion & neue Manifestationen.

Hallo meine Lieben – lange ist’s her!

Es fühlt sich fast surreal an, wieder in die Tasten zu hauen – nicht weil es nichts zu erzählen gäbe, sondern eher, weil es mir in letzter Zeit tatsächlich gut ging. Und wie paradox das doch ist: Sobald es ruhig(er) wird im Inneren, wird das Schreiben plötzlich schwieriger. Aber gerade deshalb ist es jetzt an der Zeit, ein kleines Lebenszeichen von mir zu geben.

Der Juni ist an mir vorbeigezogen wie ein Sommersturm. Ich habe sehr deutlich gemerkt, wie herausfordernd das ganze Thema Work-Life-Balance sein kann – vor allem, wenn man, wie ich, noch relativ neu auf diesem Gebiet ist.
Arbeit, Studium, Haushalt, soziale Kontakte … alles unter einen Hut zu bringen fühlt sich momentan an wie ein Jonglier-Act auf einem brennenden Einrad. Und die Hitzewelle hat’s auch nicht leichter gemacht.

Aber hey – es ist tatsächlich der zweite Monat in Folge, in dem ich sagen kann: Mir geht’s gut.
Ungewohnt, fast verdächtig – aber willkommen!

Für den Juli wünsche ich mir vor allem eins: Gleichgewicht.
Ich möchte mir wieder bewusster Zeit für mich selbst nehmen. Im Juni ging das ein bisschen unter – was okay war, aber ich merke, wie sehr ich die ruhigen Momente mit mir selbst vermisst habe.

Außerdem will ich wieder mehr Struktur in meinen Alltag bringen – allerdings ohne diesen klassischen Druck, der oft damit einhergeht. Vielmehr geht’s mir um sanfte Routinen, um Räume für Kreativität, Spontanität und echte Lebensfreude.

Meine Hobbys winken mir schon aus der Ferne und rufen: „Komm endlich wieder spielen!“
Also: Mehr Kreativität. Mehr Magie. Mehr Ich.

Trotzdem will ich den sozialen Aspekt nicht vernachlässigen – denn warum sollte das eigentlich ein Entweder-Oder sein? Ich glaube fest daran, dass sich auch hier ein schönes Gleichgewicht finden lässt. Ich freue mich auf inspirierende Gespräche, gemeinsames Lachen und tiefe Verbindungen.

Mein Vorsatz aus dem letzten Monat bleibt übrigens bestehen: Mehr schreiben, mehr teilen, mehr Blogleben.
Selbst wenn die Inspiration mal etwas zaghafter daherkommt – ich bleibe dran.

Für heute war’s das erstmal von mir. Ich wünsche euch einen zauberhaften Start in den Juli, voller Licht, Leichtigkeit und innerem Sonnenschein. Haltet die Ohren steif, bleibt neugierig – und seid bereit für all das Gute, das vor euch liegt.

Bis ganz bald 💛

Sonntag, 8. Juni 2025 – Vatertag

Letztes Jahr habe ich einen kurzen Text auf Instagram veröffentlicht – eines der ersten Male, dass ich die Welt an meinen Gedanken teilhaben ließ. Dieses Jahr gebe ich euch einen Einblick hinter die Kulissen.

Ironischerweise dachte ich kurz daran, „meine schönste Kindheitserinnerung an oder mit meinem Vater“ mit euch zu teilen. Doch ich musste feststellen, dass es so etwas nicht einmal ansatzweise gibt. (Da war sogar ich eine Sekunde lang überrascht – geb ich ehrlich zu.)

Generell tue ich mir, ehrlich gesagt, schwer damit, schöne Erinnerungen aus meiner Kindheit oder Jugendzeit zu finden. Das Schönste an dieser Zeit – und generell in meinem Leben – ist meine Mama. Aber ein Text für diese tolle Frau ist heute nicht meine Intention.

Im ganzen Brainstorming, worüber ich heute schreiben könnte, bin ich gedanklich mehrmals im Kreis gelaufen. Bis ich beschloss, einfach eine Art Sneak Peek ins Leben von Ines zu teilen.
Ganz persönlich und ungefiltert. Eine erweiterte Vorstellungsrunde für alle,
die mich (noch) nicht so gut kennen.

Ich bin die Jüngste von drei Kindern – die „Nachzüglerin“, das „Küken“.
Die ungeplante und finale Erweiterung unserer Familie.
Meiner Meinung nach wurde einfach um dringende Unterstützung für meine Mama gebeten
– und hier war ich auch schon.
Die Jüngste, um die man sich nie Sorgen machen musste, weil schlichtweg keine Zeit dafür da war.
Der Buhmann für andere Familienmitglieder – ein Boxsack hat in unserer Familie wohl noch gefehlt.
Das altbekannte schwarze Schaf – immer anders, schon immer komisch, und immer allein.

Die Jüngste, die ehrlich gesagt nie Kind sein durfte – als wäre ich mit Führerschein und Personalausweis auf die Welt gekommen. Gerade erst hier, und schon erwachsen. Keine Zeit für kindische Träume.
Die Beschützerin meiner Mama – eine Rolle, in die ich mich freiwillig begeben habe.
Als wäre es das Natürlichste auf dieser Welt.
Und natrülich, der größte Feind meines Vaters – das verstand ich erst Jahre später.
Stimmig zum Vatertag, oder?

Mein Vater – der in mir etwas sah, das er zerstören wollte.
Oder vielleicht sah er auch einfach gar nichts mehr, zwischen all den Bierflaschen, wer weiß.
Mein Vater – der Mann, der mir zeigte, was ein richtiger Mann NICHT sein sollte.
Der Mann, der wie ein Schatten bleibt – auftaucht, wenn Panik in mir hochkriecht oder ich wieder einmal tiefer sinke als gedacht.
Der Mann, den ich vor mir sehe, wenn ich wütend bin – denn erst in diesen Momenten fühle ich mich wie dein Kind. Und in genau solchen Momenten hasse ich mich selbst am allermeisten.

Der Mann, der mir zeigte, dass „Nein“ nur ein Wort ist, das ignoriert wird.
Dass die eigene Meinung nicht zählt.
Dass es nie um Frauen ging – nur um Macht. Egal wie jung. Egal wie alt.
Dass Familie nur eine Fassade ist, die um jeden Preis aufrechterhalten werden muss.
Dass man seine Hände eher hebt, um zu verletzen, als um zu halten – vor allem bei den Menschen, die zu nah dran sind.

Mein Vater hat mir beigebracht, dass es nicht reicht, selbst zu fallen
– man muss andere mitziehen, um den eigenen Abgrund bewohnbar zu machen.
Dass Schmerz erst erträglich wird, wenn man ihn teilt – nicht durch Worte, sondern durch Wunden, die man anderen zufügt.
Aber: Die Schuld trägt man nie selbst.
Mein Vater hat mir gezeigt, dass man alles rechtfertigen kann – solange man sich selbst zum Opfer erklärt.
Man muss nur überzeugend lügen.
Geschickt manipulieren.
Dann kommt man durch – irgendwie.

„Es gibt nicht zu viele Probleme – nur zu wenig Alkohol“, würde er vermutlich sagen.
Er – der die Meinung vertritt, dass der lauteste Mann der stärkste und schlauste ist.

Und trotzdem … habe ich es auch heute nicht in mir, diesen Mann zu hassen.
Denn niemand hasst ihn mehr als er sich selbst. Und genau dieser Hass ist sein ewiger Fluch.

Und die größte Strafe für so einen Menschen?
Tag für Tag mit sich selbst leben zu müssen.

Und so, wie ich die Wut als Teil von mir angenommen habe – habe ich auch dich akzeptiert.
Denn ohne dich gäbe es mich nicht.
Und vielleicht wäre ich dann jemand ganz anderer geworden.
Wer weiß, ob ich heute dieselbe Stärke in mir trage.
Ob ich dieselbe Klarheit hätte.
Manchmal liegt Sinn nicht im Erlebten,
sondern im Überleben.

Im nächsten Leben wünsche ich dir Heilung.
Und mir – dass ich nie wieder Teil deiner Geschichte sein muss.

Alles Liebe zum Vatertag!

Für dich, für mich, für uns – ein Text über das, was uns verbindet.

💌 Von Frau zu Frau. Von Herz zu Herz. Worte, die wir öfter hören sollten.

In letzter Zeit kommt mir immer wieder derselbe Gedanke – in den unterschiedlichsten Momenten meines Tages: Wie schön es ist, von so vielen wunderbaren Frauen umgeben zu sein.

Keine engen Freundinnen, kein täglicher Kontakt.
Man kennt sich flüchtig, vom Sehen, vom Hören. Man weiß, wer die Andere ist – und das reicht schon.
Denn auch ohne große Worte spürt man sie: diese positiven, stillen Energien, die zwischen uns fließen.

Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage: Ich habe mich früher immer besser mit Jungs verstanden.
Besonders in der Zeit des Aufwachsens war es unter uns Mädchen oft schwierig.
Ja, es gab Ausnahmen – aber der Weg zu echter Verbindung war für mich ein ständiges Lernen, manchmal auch ein schmerzliches.

Es hat gedauert, bis ich wirklich bereit war, mich auch bei anderen Frauen zu öffnen – mich wirklich zu zeigen. Und auch dann ging es die ersten Male gründlich schief.
Ich war zu direkt, zu laut, zu ehrlich, zu verrückt – nie „richtig“ genug. Vielleicht, weil viele sich selbst genau das nie erlaubt haben.
Ich war nie die, die sich in Cliquen einfügt oder vergleicht. Und genau das hat mich oft zum Außenseiter gemacht.

Meine ersten besten Freundinnen haben mich fallen lassen. Haben sich über mich beschwert, hinter meinem Rücken. Und als es dann vorbei war, hieß es: Ich sei schuld.
Ich hätte mich zu wenig bemüht, hätte nicht funktioniert. Immer wieder war ich die, die „nicht gepasst“ hat.

Und trotzdem – ich hab nie aufgehört, es wieder zu versuchen.
Denn irgendwo in mir war da immer dieses Gefühl, dass Freundschaft unter Frauen etwas ganz Besonderes ist.
Damals wusste ich noch nicht, was genau. Heute weiß ich es mehr und mehr.

Denn ich glaube: Uns wird von klein auf ein Konkurrenzkampf aufgezwungen.
So früh schon vergleichen wir uns – im Aussehen, im Verhalten, in der Rolle, die wir spielen sollen.
Nie zu viel. Nie zu wenig.
Schön, aber natürlich. Schlank, aber nicht zu dünn.
Ambitioniert, aber nicht zu ehrgeizig.
Stark, aber bitte nicht zu stark.
Nicht zu laut. Nicht zu still. Nicht zu sexy. Nicht zu brav.
Lustig, aber nicht albern.
Trink ein Glas, aber nicht zwei.
Geh feiern – aber nicht zu oft.
Sei begehrenswert, aber bloß nicht „zu“ irgendwas.

Es ist ein endloses Jonglieren mit Erwartungen.
Und wer auch immer diese Regeln aufgestellt hat – war ganz sicher nie eine Frau, die sich nach echter weiblicher Verbindung gesehnt hat.

Denn jetzt – mit jedem Jahr mehr – begreife ich besser, was wir Frauen uns gegenseitig geben können:
Etwas, das uns niemand sonst geben kann.
Selbstlose Liebe.
Ein Lächeln. Ein ehrliches Kompliment. Ein kurzer Blick, der sagt: Du bist nicht allein.

Diese kleinen Gesten, diese unscheinbaren Momente, sie nähren unsere Seele.
Sie geben Halt. Sie stärken uns.
Und sie zeigen uns: Wir stehen nicht im Wettkampf. Wir sind gemeinsam unterwegs.

Je offener ich für diese weibliche Energie geworden bin, desto schöner wurde das Leben.
Desto bunter der Alltag. Desto leichter die schweren Tage.

Deshalb möchte ich heute einfach mal Danke sagen.
Danke an all die wundervollen Frauen in meinem Leben – ob physisch nah oder digital verbunden.
Ihr inspiriert mich.
Ihr erinnert mich daran, dass wir nicht kämpfen müssen, um zu strahlen.
Dass wir füreinander da sein dürfen. Ohne Neid. Ohne Misstrauen. Einfach nur da. Und echt.

Danke, dass es euch gibt.
Danke, dass wir gemeinsam leben, lieben, lachen und lernen dürfen.
Für eine Welt, in der „Girls support Girls“ nicht nur ein Spruch ist, sondern eine Haltung.

„Nenn mich ruhig Oma – ich bin lieber glücklich als laut“

Du bist ja schon wie eine Oma.
Du verhältst dich wie eine alte Frau.

Gesagt, als wäre das ein Vorwurf. Als sollte es mich treffen, verletzen – oder zumindest abwerten. „Oma“ als Synonym für langweilig. Für „nicht mehr ganz dabei“. Als müsste ich mich plötzlich schlecht fühlen, als wäre es mir gar nicht bewusst, wie ich lebe und wer ich bin.

Wie eine Omi also – weil ich Ruhe in meinem Leben bevorzuge?
Weil ich nicht mehr feiern gehe, nicht mehr auf langen Nächten durch dunkle Clubs unterwegs bin? Lärm, Alkohol, Gedränge – das alles kenne ich gut. Ich war lange genug mittendrin. Von einer Party zur nächsten, fast auf der Jagd nach Adrenalin – oder vielleicht eher: auf der Flucht vor der Stille.

Ein hoher Puls und ein Tinnitus im Ohr.

Versteht mich nicht falsch – das hier soll keine umgedrehte Abwertung werden. Ich war selbst jahrelang die „Partymaus“, immer dabei, immer unterwegs, immer bereit. Nie „Nein“ sagen, nie aus der Reihe tanzen – ironischerweise. Ich wollte schon damals meistens einfach nur zu Hause bleiben. Aber Gruppenzwang ist laut. Und der Wunsch, dazuzugehören, ist manchmal noch lauter.

Ich dachte: Sag besser nichts. Sei lieb. Sei pflegeleicht. Mach es allen recht.
Denn wenn ich „nein“ sage und sie zeigen mir, dass sie gar nicht meine Freunde sind – was dann? Dann bin ich ganz allein, mit mir selbst und meinem „langweiligen Dasein“.

Also schluckt man es runter. Wieder und wieder.
Bis man sich selbst kaum noch wiedererkennt.

Menschenmengen, die mich nervös machen. Lärm, der mich sogar beim Staubsaugen stresst. Und als Höhepunkt: Betrunkene Menschen um mich herum, kein einziger sicherer Hafen in Sicht. Keine Komfortperson. Keine Nähe. Kein Schutz.

Im besten Fall wird man dann auch noch vergessen – das stärkt angeblich den Charakter.

Ich habe oft erzählt, wie es mir geht. Von Angst, von schlaflosen Nächten. Von Panik, die sich im Körper festsetzt wie Blei. Aber wer will das schon hören? Niemand hat gefragt.
Vielleicht habe ich zu viel erwartet. Vielleicht vergessen, dass Freundschaft kein Versprechen ist.

Oder?
Vielleicht war das nie echte Freundschaft.

Ich habe für andere gelebt. Bin nüchtern geblieben, weil jemand fahren musste – aber wehe, ich war müde. Oder wollte früher heim. Keine Chance. Ich war nicht ich, ich war Funktion.

Und wenn ich doch mal mitgetrunken habe? Dann eben ganz oder gar nicht. Nicht nachdenken. Nicht zweifeln. Nicht fühlen.
Letztes Mal was ins Glas bekommen? Dieses Mal besser aufpassen.
Kreislaufprobleme? Gibt’s nicht. Nur zu wenig Alkohol.
Belästigt worden? Ach komm, stell dich nicht so an. Macht doch jeder.

Und mittendrin in diesem absurden Fiebertraum merkte ich wieder:
Irgendwas ist falsch an mir.
Ich habe bestimmt wieder alles falsch gemacht.
Und zack – stehe ich allein da.
Ob in einer fremden Stadt oder ein paar Straßen weiter – allein ist allein.

Aber: Bloß nicht an mich denken. Bloß keine schlechte Freundin sein.
Immer schön aufpassen, dass es allen anderen gut geht. Immer schön funktionstüchtig bleiben.

Ich könnte stundenlang so weiterschreiben. Und vielleicht tue ich das auch.
Aber zurück zum Thema: Das Oma-Sein.

Heute muss ich mich selbst immer wieder daran erinnern:
Ich bin wichtig.
Meine Gefühle zählen.
Ich darf eine Meinung haben. Ich darf spüren, was ich will – und was nicht. Und vor allem: mit wem.

Wenn ich dann allein zu Hause bin, dann ist das okay.
Dann ist das sogar schön. Ich habe Zeit für meine Hobbys. Oder einfach fürs Nichtstun.

Ich habe gelernt, dass ich keine Angst mehr haben muss vor dem Alleinsein.
Ich mag es sogar.
Nicht jeder wird mich verstehen. Nicht jeder wird mich mögen.
Und das ist okay.

Die Menschen, die wirklich zu mir passen, kommen ganz von allein in mein Leben.
Alle, die ich „überreden“ müsste, gehören sowieso nicht zu mir.

Und das tut weh – klar.
Es tut immer weh, zu merken, dass sich Menschen nicht für mich interessieren, sondern nur jemanden brauchen, der verfügbar ist.
Aber heute höre ich früher auf die kleinen Alarmglocken.

Man kann mich nicht mehr klein machen. Nicht mehr einschüchtern. Nicht mehr manipulieren.

Ich liebe es, wie eine Omi zu leben.
Früh aufstehen, mit dem Hund gehen. Kaffee im Garten. Pflanzen beobachten, gießen. Lernen – je nachdem, was gerade ansteht. Trainieren, arbeiten, Hobbys nachgehen. Heute das eine, morgen drei auf einmal. Kochen. Backen. Am Abend auf der Couch liegen und mein Zuhause genießen.

Oder hier sitzen, vor dem PC, und einen Blogpost über mein Leben schreiben – in meinem Tempo. Ohne Schuldgefühl.

Ich gehe raus, wann ich will. Und mit wem ich will.
Und selbst wenn das meistens nur ich bin – dann ist das so.
Die kleine Ines von damals wäre stolz auf mich.
Vielleicht ein bisschen verängstigt – aber stolz.

Und genau das zählt.
Ich bin glücklich, so wie ich bin.
Was für mich bestimmt ist, wird seinen Weg schon zu mir finden.

Ob das jetzt nach Oma klingt oder eher nach Kräuterhexe – sei dahingestellt.
Hauptsache, ich verliere mich nie wieder selbst, nur um anderen zu gefallen.