Manchmal hängt’s mir wieder wie ein nasser Mantel an den Schultern.
Nicht dramatisch.
Nur schwer.
Und eigentlich weiß ich’s ja längst.
Das hier ist kein neues Kapitel.
Das ist eher so ein Klassiker aus meiner persönlichen Dauerausstellung:
dieses Ich-mach-es-allen-gut-Ding.
Ich bin diese Person, die einfach macht.
Nicht, weil ich muss. Sondern weil ich kann.
Weil ich zuverlässig bin. Weil ich mitdenke. Weil ich mich für nichts zu schade fühle.
Und ja – das ist eine Stärke. Manchmal.
Und manchmal ist es einfach nur eine Einladung:
„Mach du mal, du schaffst das schon.“
Und ich? Ich nicke freundlich.
Ich lächle professionell.
Ich trage noch eine Sache extra. Und noch eine.
Weil es ja tragbar ist.
Weil ich’s ja irgendwie hinbekomme.
Nur weil ich’s kann, heißt das nicht, dass es fair ist.
Und nur weil ich gern helfe, heißt das nicht, dass ich zur Ein-Frau-Lösung werde.
Manchmal bin ich am Ende nicht mal die, die hilft.
Ich bin der Boxsack.
Für schlechte Launen. Für Unzufriedenheit.
Und manchmal sogar der Buhmann für Fehler, die andere machen.
Und selbst dann bin ich die, die nickt.
Die sich entschuldigt.
Die den Schlag annimmt, als wär’s ganz normal.
Weil ich mit Kritik umgehen kann.
Anscheinend sogar dann, wenn sie nicht mal meine ist, die ich tragen müsste.
Und dann stehe ich da und denke mir:
Ach, guck. Wie überraschend. Wie neu.
Wie absolut gar nicht neu.
Stopp. Jetzt.
Ich muss nicht die Welt so machen, wie sie euch gefällt.
Ich darf auch mal kurz gucken, wie sie MIR gefällt.
Kein In-mich-reinfressen mehr. Kein Runterschlucken.
Kein „Ich denk da später nochmal drüber nach“ – als wär’s ein ganz normales Hobby.
Meine Energie ist nicht endlos. Sie ist Magie. Und die gehört zuerst mir selbst.
Neues Jahr, altes Muster.
Aber vielleicht – neue Grenzen.
Langsam. Unperfekt. Und trotzdem echt.
Und wenn ich das heute nur schaffe, indem ich’s aufschreibe:
Dann ist das eben mein Anfang.