🌊“Wenn alte Wunden neue Wege öffnen – Heilung in kleinen Schritten“

Viel ist mal wieder passiert in letzter Zeit. Kein großes Drama, kein seelischer Ausnahmezustand – sondern einfach: das Leben. Das Leben, wenn man beginnt, sich langsam wieder zurück in die Welt zu tasten. Und ich glaube, genau das passiert bei mir gerade. Ich traue es mich fast noch nicht laut auszusprechen, aber ich habe das Gefühl, dass ich bereit bin, meinen sicheren Raum Stück für Stück zu verlassen – neugierig, vorsichtig, aber entschlossen.

Szenarien, die mich früher geprägt haben, schaue ich mir neu an. Ich stelle sie auf den Kopf, sortiere sie um, schreibe sie ein Stück weit um. Das ist wie ein sanftes Neuprogrammieren meines Gehirns – alte Muster brechen, neue Wege denken. Erlebnisse, die mir jahrelang schwer im Magen lagen, fühlen sich plötzlich wie ein Weckruf an. Denn ich bin nicht nur die Hauptfigur meines Lebens, sondern auch die Autorin – und Geschichten kann man immer wieder neu schreiben.

Damals, als sich vieles so endgültig angefühlt hat – so schwer, so schmerzhaft – da dachte ich, das Leben hört auf. Aber das tat es nie. Es ging weiter. Die Würfel wurden neu geworfen. Und jetzt mische ich mit.

Aktuell gelingt es mir erstaunlich gut, zwischen meinem inneren Kreis, meinem sicheren Kreis und meinem äußeren sozialen Umfeld zu unterscheiden – und sie gleichzeitig nebeneinander existieren zu lassen, ohne harte Grenzen oder Mauern. Das klingt komplizierter, als es ist. Ich bin eine Helferin, das werde ich immer sein. Ich bin hochsensibel, tief emotional und offen. Menschen vertrauen sich mir an, springen in meine kleine Bubble – und das ist okay so. Aber ich lerne, die Dinge an ihrem Platz zu lassen. Zum Selbstschutz, ja – aber auch, um eine bessere Freundin zu sein.

Ich übe mich darin, Dinge nicht immer so ernst zu nehmen, wie mein Kopf es mir einreden will. Nicht alles muss analysiert, durchdacht und zerpflückt werden. Manchmal darf man sich einfach trauen. Dinge ausprobieren. Fehler machen. Abstürzen – solange man weiß, wie man wieder aufsteht. Einfach mal wieder Spaß haben, mit Menschen unterwegs sein, die einem ein gutes Gefühl geben. Einfach mal wieder ehrlich extrovertiert sein – denn auch das gehört zu mir.

Ich merke immer deutlicher: Es sind nicht die Menschen, die mir Angst machen – es sind die Erfahrungen, die ich mit mir herumtrage. Gerade ich als Empathin brauche Nähe genauso wie Rückzug. Und ich bin glücklich, wenn ich dazu beitragen kann, dass andere sich gut fühlen. Wenn Menschen sich in meiner Nähe fallen lassen können – so wie sie sind – dann berührt mich das tief.

Und ich glaube, ich bin endlich bereit, mich wieder ins soziale Leben zu wagen. Blöd gesagt: Ich traue mich wieder raus. Die Welt darf mich wieder sehen. Und ich bin gespannt, was sie mir zeigt.

Mein Fazit:
Jeder Mensch heilt in seinem eigenen Tempo. Niemand ist „weiter“ oder „besser“. Wir alle sind unperfekt – und genau das macht uns besonders. Es ist kein Zeichen von Schwäche, nach einer langen Zeit der Isolation wieder rauszuwollen. Es ist ein Zeichen von Mut. Wie viel Kraft es kostet, nach Chaos und Trauma zu sagen: Ich bin noch da. Und ich will leben. Das ist beeindruckend.

Ich bin neugierig, was das Leben für mich bereithält – und ich freu mich schon auf den nächsten Blogpost.

In diesem Sinne: Einen wunderschönen Abend euch allen – und morgen einen sanften, mutigen Start in die neue Woche. Auch wenn’s vielleicht nicht so läuft wie geplant: Man darf immer wieder neu anfangen.

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