Zurzeit fühlt sich ehrlich gesagt jeder Tag ziemlich schwer an.

Ich weiß. Nicht gerade die poetischste Art, nach einer Sommerpause wieder aufzutauchen.

Kein „Hallo, da bin ich wieder, erholt und voller neuer Ideen“.
Kein dramatischer Sonnenuntergang.
Nicht einmal metaphorischer Rückenwind.

Aber das war heute das Erste, was aus mir rauswollte. Also bekommt es seinen Platz.

Was waren das bitte für Wochen.

Unerwartete Plottwists, Rückschläge, unfreiwillige Neuorientierungen und ein paar Entwicklungen, bei denen ich rückblickend wirklich gerne kurz das Drehbuch für 2026 eingesehen hätte.

Nur so aus Interesse.

Denn wenn ich ehrlich bin, ging es mir die letzten Wochen absolut schrecklich.

In den Boden gekickt.
Von einer Lawine überrollt.
Gefühlt 600 Meter unter Wasser und gleichzeitig irgendwo danebenstehend und zuschauend.

Leer trifft es wahrscheinlich am besten.

Und ich würde auch lügen, wenn ich jetzt behaupten würde, alles wäre wieder gut.

Ist es nicht.

Aber ich bewege mich wieder.

Laaaaangsam. Vorsichtig. Ein bisschen wackelig auf den Beinen und noch nicht ganz sicher, wohin ich sie überhaupt setzen möchte – aber immerhin wieder vorwärts.

Ich glaube, das Schlimmste vom Schlimmen ist fürs Erste überlebt.

Damit hatte ich dieses Jahr wirklich nicht mehr gerechnet.

Dass 2026 mir noch einmal ziemlich gründlich alles unter den Füßen und aus den Händen reißen würde. Dass ich plötzlich wieder vor Dingen stehe, von denen ich dachte, ich hätte sie längst hinter mir.

Und ausgerechnet ich bekomme noch einmal eine kleine Bonusrunde im Alleinsein serviert.

Sehr aufmerksam.

Dachte gar nicht, dass es da noch Unterrichtsstoff für mich gibt.

Aber hier sind wir nun.

Ganz anders, als ich mir meine Zukunft noch vor ein paar Wochen ausgemalt hatte. Ein paar Pläne ärmer, ein paar blaue Flecken reicher und mit ziemlich viel freier Fläche vor mir.

Was gleichzeitig beängstigend und irgendwie interessant ist.

Denn eine Sache weiß ich mittlerweile wenigstens:

Ich habe schon einmal Dinge aus dem Nichts aufgebaut.

Also kann ich es wieder.

Ob diesmal alles größer, besser und schöner wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht. Vielleicht auch einfach anders.

Und vielleicht reicht das fürs Erste vollkommen.

Ich muss aus diesem Kapitel auch nicht sofort irgendeine wunderschöne Lebensweisheit pressen. Manchmal ist ein Rückschlag einfach erst einmal ein Rückschlag. Ein Bruch tut weh, auch wenn irgendwann etwas Neues daraus wächst.

Aber ein Neustart ist eben auch noch kein Aufgeben.

Und irgendwo zwischen all dem Chaos merke ich gerade wieder dieses kleine Kitzeln in den Fingerspitzen.

Sehr leise noch.

Aber da.

Fast hätte ich übrigens geglaubt, ich wäre in den letzten Jahren weniger sensibel geworden.

Niedlicher Gedanke.

Offenbar bin ich nach wie vor eine wandelnde Gefühlsskala zwischen Mount Everest und tiefstem Ozeangraben.

Danke für die Erinnerung, Universum.

So fühlt sich Existieren also an, Ines. Wieder was gelernt.

Ich weiß ja mittlerweile, dass du mich gerne aufblühen siehst.

Fast genauso gerne, wie du offensichtlich zuschaust, wenn ich vorher sämtliche Einzelteile vom Boden aufsammeln muss.

Vielleicht sind deine Lieblingsfolgen einfach die, in denen die Alchemistin wieder auftaucht.

Die Ärmel hochkrempelt.

Aus Stöcken und Steinen Wege baut, aus leeren Flächen Gärten macht und irgendwo zwischen Trotz, Kreativität und einer vermutlich leicht fragwürdigen Menge Kaffee wieder anfängt, Dinge zu erschaffen.

Also ja.

Ich bin wieder da.

Noch nicht ganz zusammengesetzt. Noch nicht fertig. Noch nicht mit irgendeiner großen Antwort im Gepäck.

Aber da.

Und jetzt muss ich auch schon wieder los.

Ich hab offenbar einiges aufzubauen.

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