Heute ist wieder schwer.

Gestern eigentlich auch schon, aber da habe ich noch gehofft, es wäre einfach nur ein schlechter Tag. Letzte Woche dachte ich sogar, das Schlimmste wäre erstmal vorbei.

Sehr optimistisch von mir.

Heute hat sich mein Kopf wieder in diesen grauen Nebel eingerollt, in dem selbst kleine Dinge plötzlich aussehen wie Tagesprojekte.

Aufstehen. Duschen. Essen machen. Mich nicht wieder hinlegen.

Und irgendwo zwischen der Couch und dem Gedanken, mir endlich etwas zu kochen, ist mir aufgefallen, wie gut ich offenbar darin bin, okay auszusehen.

Erstaunlich gut sogar.

Dafür, dass ich mich innerlich gerade ziemlich eindeutig nicht okay fühle.

Ich frage Menschen gerne, wie es ihnen wirklich geht. Ich höre zu. Ich will, dass sie sich mit ihren Gefühlen bei mir sicher fühlen.

Und gleichzeitig weiß kaum jemand, wie oft ich selbst in meinen Gedanken untergehe.

Vielleicht, weil ich mein „Alles gut“ mittlerweile ziemlich überzeugend sage. Manchmal glaube ich es mir ja fast selbst.

Heute nicht.

Heute liege ich da, starre irgendwohin und denke über Essen nach, als müsste ich dafür erst einen Businessplan schreiben. Ich fühle mich faul, obwohl ich eigentlich nur versuche, irgendwie mit mir selbst mitzuhalten.

Immerhin habe ich es von der Couch auf den Boden vor meinem Laptop geschafft.

Das ist der heutige Fortschrittsbericht.

Und auch wenn dieser Text jetzt etwas anderes vermuten lässt: kein Grund zur Panik. Ich habe das Steuer noch in der Hand. Müde und ein bisschen erschöpft, aber grundsätzlich fahren wir noch.

Richtung Sonnenuntergang.

Oder erstmal Richtung Küche.

Ich schreibe das nicht, weil ich schon eine Lösung gefunden habe. Ich schreibe es, weil es heute eben so ist.

Vielleicht kommt morgen wieder etwas Leichteres. Vielleicht am Wochenende.

Aber diese „Darüber redet man ja nicht“-Gedanken haben nun mal einen besonderen Platz in mir.

Vielleicht liegen mir die tragischen Texte einfach mehr.

Oder ich muss die positiven noch ein bisschen üben.

Und kurz an meine Mama, wenn sie das liest:

Ja, ich stehe jetzt auf und koche mir etwas.
Nein, ich weiß noch nicht was. Nein, ich werde nicht verhungern.
Und ja, ich melde mich, wenn der Hut brennt.

Auch solche kurzen Gedanken dürfen Platz haben.

Vielleicht ist das heute vor allem eine Erinnerung an mich selbst:

Es muss nicht immer ein ganzer Roman sein.

Manchmal reichen ein paar ehrliche Zeilen, um ein kleines Stück weiterzukommen.

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